Herbst - Blues
Es ist nicht mehr zu übersehen - es wird Herbst - die Blätter verfärben
sich zusehends und die Bäume werden kahl. In den Wiesen findet man
zwischen gefallenem Laub, reifes Obst und die unterschiedlichsten Pilze.
Ich mag den Herbst mit seiner wunderbar warmen Farbenpracht und dem Duft von reifem Obst und die frische Luft am Morgen.
Jetzt werden die Tage schnell kürzer, ich habe mit Entsetzen
festgestellt, dass es schon gegen 20 Uhr dunkel wird. Für viele Menschen
beginnt nun die dunkle Jahreszeit und eine Melancholie bis hin zu
depressiven Verstimmungen macht sich breit.
Oft spricht man von Winterdepression. Die Ursachen hierfür sind Mangel
an natürlichem Tageslicht in Kombination mit sinkenden Temperaturen.
Es ist anzunehmen, dass der Neurotransmitter Seretonin am Mechanismus
der zur Winterdepression führt, beteiligt ist. Fehlt dem Gehirn
Serotonin, versucht es den Mangel auszugleichen, in dem wir große Lust
auf Süßes bekommen.
Der Zusammenhang zwischen Tageslicht und Stimmungslage lässt sich
folgendermaßen erklären: An kurzen Lichtarmen Tagen trifft zu wenig
Tageslicht auf die Netzhaut des Auges. Aufgrund einer Nervenverbindung
der Netzhaut mit der Epiphyse (Zirbeldrüse) kommt es dann zu einer
vermehrten Ausschüttung von
Melatonin.
Die Melatonin-Produktion erfolgt in der Zirbeldrüse im Stammhirn aus
der Aminosäure Tryptophan über die Zwischenstufe Serotonin.
Die Folge der übermäßigen Melantonin-Ausschüttung: Unsere innere Uhr
gerät außer Takt. Man wird müde, schlapp und die Laune lässt zu wünschen
übrig.
Ein wichtiges ätherisches Öl und ein
guter Helfer ist hierbei immer die Bergamotte (Citrus aurantium var.
bergamia). Gerade vor ein paar Tagen habe ich ein besonders tolles
Bergamotteöl in die Hände bekommen: Citrus bergamia Risso et Poiteau.
Sogar eine Analyse konnte ich dazu bekommen:
ca. 22 % Linalylacetat
ca. 6 % Linalool
ca. 53 % Limonen
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Bergamotte Foto Sabrina Herber |
Der Duft ist wunderbar herb, dennoch sehr fruchtig und warm. Meiner Meinung das beste Bergamotteöl was ich je gerochen habe!!!
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Am "Kölnisch Wasser" Brunnen |
In der Duftlampe habe ich es kombiniert mit Rose persisch 10 % (1°), Bergamotte (5°)
In der Umgebung von Reggio di Calabria wächst die Bergamotte. Erntezeit
ist von November bis Februar. Was die Bergamotte eigentlich ist und
warum sie gerade hier fußgefasst hat, darüber gibt es viele Geschichten,
aber am nahe liegensten ist wohl dies: Irgendwann gelang die Bergamotte
auf die Kanarischen Inseln, dort entdeckte sie Kolumbus und nahm sie
mit nach Reggio di Calabria.
Die Bergamotte ist ein Baum aus der Zitrusfruchtfamilie und gehört zu
den Rautengewächsen wie die Zitrone und Orange. Entstanden ist sie durch
eine Züchtung, nämlich die Kreuzung von Bitterorange und Zitrone.
Da man die Früchte wegen ihres bitteren Geschmackes eher weniger
genießt, wird aus den Schalen meistens nur die Bergamotte-Essenz,
mittels Kaltpressung gewonnen.
Die Essenz ist ein wichtiger Bestandteil für die Parfümindustrie, z.B. im bekannten “Kölnisch Wasser”.
In der Aromatherapie wird das Öl wegen seiner stimmungsaufhellenden,
antidepressiven und hormonregulierenden Wirkung sehr geschätzt. Der
angenehme, frische und warme Duft der Essenz ist ein echter
Stimmungsaufheller. Die angstlösende und nervenentspannende Wirkung
wurde sogar von dem Mailänder Osmotherapeut Prof. Rovesti
wissenschaftlich belegt. Die Bergamotte wirkt doppelt, sie kann anregen,
aufmuntern und Licht in den Alltag bringen, aber auch entspannen und
beruhigen, je nachdem mit welchen Ölen man sie mischt. Sie ist eine der
flexibelsten Essenzen, da sie sich den beigemischten Ölen anpasst.
Sie ist die einzige Zitrusfrucht mit einem bedeutend hohen Ester-Anteil
(z.T. über 60 %), die Zitrone hat im Vergleich dazu nur ca. 1 % Ester.
Durch den hohen Esteranteil kann die Essenz der Bergamotte die
Seretonin- und Encephalinproduktion anregen. Sie wirkt entspannend,
harmonisierend und stimmungsaufhellend. Encephaline stimmen heiter und
können das Schmerzempfinden reduzieren.
Wirkung:
Stark stimmungsaufhellend, erfrischend, antiseptisch, antiviral,
desodorierend, psychisch ausgleichend, verdauungsanregend, gegen
Winterdepression
Haupt-Indikation:
Depressionen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Unruhe, Distress, Appetitlosigkeit
Nebenwirkungen:
Stark photosensibilisierend durch das Furanocumarin Bergapten. Nach
Massagen oder Bädern sollte man nicht in die Sonne oder auf die
Sonnenbank gehen.
Die Bergamotte nennt man auch den
“Lavendel unter den Zitrusölen” und
tatsächlich erlebe ich es in meinen Seminaren immer wieder, dass die
Teilnehmer bei den Riechübungen, die Bergamotte oft mit dem Lavendel
verwechseln.
Mischung im Roll on bei nervösem Herzrasen
10 ml Jojobawachs
5 Tropfen Bergamotte
4 Tropfen Melisse 10 % (von Farfalla)
1 Tropfen Kamille römisch
1 Tropfen Zeder
2 Tropfen Rose türkisch 10 %
Duftlampe "Herbstlicht"
4 Tropfen Bergamotte
2 Tropfen Kamille römisch
1 Tropfen Sandelholz oder Ho-Blätter
Massageöl "Lichtblick"
50 ml
Johanniskrautöl
4 Tropfen Bergamotte
3 Tropfen Neroli
2 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Petit Grain bigarade
Außerdem genieße ich einen Tropfen Bergamotte-Öl in einem Liter
Mineralwasser, denn beim Aufdrehen der Flasche kommt mir die Sonne
entgegen.