Auf dieser Seite möchte ich Auszüge aus den Facharbeiten meiner Aromapflege-Schülerinnen veröffentlichen - somit sind sie übersichtlich alle auf einer Seite zu finden.
Die Überschriften halte ich immer in der Farbe orange, damit man einen besseren Überblick behält.
Facharbeit ASE (Atemstimulierende Einreibungen), Wickel & Auflagen, Hautpflege bei Bestrahlung
Diese Facharbeit wurde von Kerstin Matuschek verfasst. Kerstin ist Pflegende auf einer Palliativstation und durfte dort mit Kollegen zusammen die Aromapflege implementieren. Seit neustem darf sie sogar ein "Aromazimmer" ihr eigen nennen.
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Foto Eigentum Kerstin Matuschek |
Ihr Thema der Facharbeit war die ASE, die sie mit Ihren Kollegen auf der Station fest etablieren konnte. Dazu hat Sie Fragebögen für Mitarbeiter und Patienten entwickelt, die später ausgewertet wurden.
Auszüge der Facharbeit:
Mein persönlicher Weg zu den ätherischen Ölen
Schon in meiner Krankenpflegeausbildung (1991-1994) hatte ich Kontakt zu
ätherischen Ölen. So haben wir Waschungen mit Lavendel, Pfefferminze und
Melisse in Milch emulgiert mit gutem Erfolg eingesetzt.
Im Rahmen der Palliativweiterbildung (2012-2013) haben wir einen Exkurs
in die Aromapflege bei Ute Schüller gemacht, was mich begeisterte. Ich machte
bei Ihr auch einen dreitägigen Basiskurs, was mir viele praktische Tipps
vermittelte.
In dieser Weise getriggert habe ich so lange recherchiert, bis ich diese
Ausbildung (bei ViVere Aromapflege) zur Aromapflegerin fand.
Mein persönliches Ziel ist es, die Aromapflege auf meiner Station zu
implementieren und im weiteren Verlauf eine gute Zusammenarbeit mit der
Strahlenmedizin sowie der Onkologie zu bewirken.
Unsere Einheit umfasst im Regelfall acht Betten, wobei wir phasenweise
ein neuntes Bett belegen. 90% unserer Patienten kommen mit Krebserkrankungen
unterschiedlichster Art, aber wir haben mitunter auch Patienten mit
austherapierten Lungen-, Muskel-, oder Herzerkrankungen.
Unser Pflegeteam umfasst 9 Pflegende, von denen bereits drei einen
Basiskurs Aromapflege absolviert haben. Zwei weitere werden folgen, so dass wir
aus aromapflegerischer Sicht gut aufgestellt sind. Des Weiteren arbeiten bei
uns Küchenassistentinnen, Physiotherapeutinnen, Logopädinnen sowie eine
Sozialarbeiterin, eine Psychoonkologin, eine Seelsorgerin, eine
Kunsttherapeutin und natürlich das ärztliche Team. Neben der Aromapflege
erarbeiten wir zurzeit Konzepte für Klangschale, Basale Stimulation, Akupressur
und Pflege nach Bobath, was zeigt, wie „ jung“ wir noch sind.
.......
ASE (Atem stimulierende Einreibung) auf der
Palliativstation
Dum spiro spero = lat.
Solange ich Atme hoffe ich (Cicero)
Eine große Anzahl
unserer Patienten leidet unter Lungentumoren oder -metastasen. Des Weiteren
haben wir es bei uns oft mit schmerzbedingter Schonhaltung und Schonatmung zu
tun.
Darum werde ich das
Thema Atmung /ASE hier vertiefen.
Lebensenergie die
wir aus dem Atem schöpfen:
Solange wir leben
atmen wir, ohne darüber nachzudenken. Das Atemzentrum übernimmt für uns die
Anpassung der Atemfrequenz und Atemtiefe (Volumen) an den Bedarf. Es erhält die
dafür notwendigen Informationen über verschiedene Nervenbahnen und Messstellen.
Richtig zu atmen bedeutet, dass die Atemluft angewärmt, von groben Schadstoffen
gereinigt sowie angefeuchtet, ca. 12 / Minuten durch den Körper strömt. Im
Idealfall geschieht dies frei von Anstrengung und ist sowohl im Bauch als auch
im Becken spürbar.
Stress zerstört den
natürlichen Atemfluss:
Da Atmung vegetativ
gesteuert wird kann es durch anhaltende Stressoren wie Angst, Stress, Schmerz zu Atemfrequenzen
kommen die eigentlich einer Fluchtsituation vorbehalten sind. Dies merken wir
sinnbildlich, wenn uns sozusagen „ vor Schreck der Atem stockt“.
Hieraus ergibt sich
aus pflegerischer Sicht die Notwendigkeit der Atmung besondere Aufmerksamkeit
zu widmen.
Ziel ist es,
parallel zu den verordneten therapeutischen Maßnahmen wie:
- medikamentöse Therapie
- psychoonkologische Begleitung
- Physiotherapie
sowie mit
pflegerischen Maßnahmen für Erleichterung zu sorgen:
- gutes Raumklima
- Einsatz von
Duftlampen
- Stressvermeidung/Bewältigung/Entspannung
durch Einsatz von
- Körperpflege-Öl bei der Grundpflege
- ausgeglichene
Tagesstrukturierung mit ausreichenden Ruhephasen sowie
- Gesprächsangeboten
- Klangmassagen
- ASE, mit
ätherischen Ölen unterstützt
Um eine qualitativ
gleichbleibende Maßnahme zu erreichen, unabhängig von der
Person, die sie
durchführt, habe ich zunächst zwei Fragebögen erarbeitet.
Für die Kollegen,
die die ASE durchführen, beinhaltet er Fragen zu:
-
Indikationsstellung:
Damit will ich den
Blick schärfen, genau darüber nachzudenken, wofür diese
Maßnahme durchgeführt
wird, um zu erreichen, dass eben auch der Fokus der
Beurteilung zielorientiert
ist. Außerdem soll klar werden, dass es hier nicht um
eine Pneumonieprophylaxe,
sondern um bewusste
Wahrnehmung,
Atemvertiefung,
Kontaktaufbau (vertrauensbildende
Maßnahme)
Schlaf und
Entspannung geht.
-
Rahmenbedingungen:
Damit bei allen
weiteren Einreibungen gleiche Bedingungen zu möglichst guter
Akzeptanz führen
müssen
Raumtemperatur,
Störfaktoren,
Patientenaufklärung
(Blase entleert/ Verträglichkeitstest),
Pflegepersonal (warme
Hände, gesicherter Zeitrahmen),
Technik (gemeinsam
besprochen unterstützt durch hausinterne Fortbildung)
aufeinander abgestimmt
werden.
-
Auswahl der ätherischen Öle nach Vorliebe des
Patienten:
Atem vertiefen: Nadelbaumöle
Anregen und aufhellen: Zitrusschalenöle
Entspannen: Blütenöle
wie Rose und Lavendel
Angst lösen
/sedieren: Krautige Öle wie Majoran und Melisse
Für die Patienten
die die ASE erhalten, beinhaltet der Bogen Fragen zu:
-
Rahmenbedingungen:
Positionswahl/
Bequemlichkeit
Störungen
Raumtemperatur
Dauer der Anwendung
-
Wirkung:
Atemvertiefung/
Geruchsempfinden
Entspannung/ Schlaf
Berührungsqualität
Zwischenauswertung
der Fragebögen
Nach bisher 30 befragten Patienten ergab
sich folgendes Bild
Der größte Teil der Anwendungen wurde zur
Atemvertiefung und zur Entspannung durchgeführt. Lediglich 1/5 zur
Schlafförderung. Darüber hinaus fand der überwiegende Teil im Vormittags- und
Nachmittagsbereich statt, weniger abends.
Die klassische Position ist auf unserer
Station der Kutschersitz, da unsere Patienten häufig nicht auf dem Bauch liegen
können. Es stellte sich heraus, dass es sogar dabei Varianten gab. Einige
wählten diese Position am Bett, einige am Tisch und wieder andere nutzten das
Waschbecken. Daraus ergab sich, dass die Patienten in Zukunft stets an dem Ort
gelagert werden, wo sie ihre 1. ASE bekamen.
Bei der Ölauswahl gab es trotz
Rezeptvorgaben einige patientenorientierte Abwandlungen, insgesamt jedoch
wurden sehr häufig Mischungen mit Lavendel gewählt. Besonders viel die Cajeput-Melisse-Mischung
durch hervorragend schleimlösende, sowie muskelentspannende Wirkung auf.
Mit Handschuhen wurde nur gearbeitet, wenn
das Pflegepersonal z.B. eine Bagatellverletzung an der Hand hatte.
Alle Patienten waren zumindest vor der 1.
ASE erwartungsvoll nervös, da sie so etwas noch nie erlebt haben. Die Atmung
war häufig oberflächlich und eher kurzatmig. Nachher dagegen atmeten sie
deutlich ruhiger. Die Entspannung trat bei der 1. ASE bei keinem vor der 4.
Minute ein, nach jeder weiteren Einreibung konnte der Entspannungseintritt
beschleunigt werden. Diesen Eindruck hatten sowohl die Patienten, als auch das
Pflegepersonal.
Sich auf die Atmung zu konzentrieren, fiel
den meisten Patienten zunächst schwer, was sich aber im Verlauf langsam
besserte.
Die Berührungsqualität war für die meisten
Patienten angenehm. Hier ist in Zukunft noch mehr darauf zu achten, sehr
behutsam vorzugehen, da insbesondere kachektische Patienten besonders
empfindlich sind.
Zur Anwendungsdauer braucht man nicht viel zu
sagen. Das fanden alle gut so. Nach mehr zu fragen hätte Wellnesscharakter.
Die Raumtemperatur sollte speziell bei kachektischen
Patienten über 23°C betragen. Allerdings wünschten COPD- und eher vollleibige
Patienten es lieber kühler.
Bei der Duftauswahl sind die meisten
Patienten sehr offen und freuten sich über frische Nadel- und entspannende Blumendüfte.
Einige brachten sogar Wünsche ein.
Insgesamt haben fast alle Patienten sehr
von der ASE profitiert und waren danach auch im zwischenmenschlichen Kontakt
offener.
Warme
Öl- Wickel oder Auflagen für Brust und Bauch
Bei Beschwerden
durch: Atemwegsinfekte, schmerzhafte Verspannungen, Fatique sowie
gastrointestinalen Symptomen unterstützen wir die allgemein angeordnete
Therapie unter anderem mit Ölwickeln, die die körpereigenen Abwehrkräfte aktivieren.
Fragen wir die Patienten, ob sie Interesse an einem Wickel haben, ist die
Antwort fast immer: „ Oh, das hat zuletzt meine Mutter gemacht, als ich ein
Kind war“.
Ziel der Öl Wickel/Auflagen:
- Veränderung der Wahrnehmung:
Der Fokus der Aufmerksamkeit wird von den
Beschwerden weg zur Wahrnehmung von Wärme und Duft geleitet. Darüber hinaus
kommt es zu Atemvertiefung und Entspannung.
- Ganzheitliche Annahme:
Der
Patient wird da abgeholt, wo er ist. Gefühl der Geborgenheit durch
Aufmerksamkeit. Erinnerung an die Kindheit,
da Wickel aus dieser Zeit meistens bereits bekannt sind.
- Symptomlinderung durch Wirkung der ausgewählten Öle:
Entspannen: Blütenöle wie Neroli und
Lavendel
Geborgenheit und Angstlinderung: Harze wie Benzoe und
Weihrauch
gastrointestinal ausgleichend: Krautige Öle
wie Melisse, Öle aus Samen wie
Kreuzkümmel.
- Beeinflussung der Durchblutung:
Seelisch gesehen steht Wärme in engem
Zusammenhang mit Wohlbefinden,
Geborgenheit und Gesundheit.
Körperlich
gesehen ist Wärme ein Zeichen guter Durchblutung, was für gute
Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und
Nährstoffen sorgt sowie für guten Abbau und Ausscheidung von Schadstoffen.
Sozusagen eine verbesserte Arbeitsleistung .
Wärme setzt bei verkrampften Muskeln den
Tonus herab. Entspannung und vertiefte Atmung können folgen.
Kontraindikationen:
- keine Zustimmung
des Patienten
- Sensibilitätsausfälle
aufgrund von Tumordruck
- akute
Blutungsgefahr
- aktuell bestrahlte
Haut
Rahmenbedingungen für Wickelanwendungen:
- Patient ( Aufgeklärt,
Verträglichkeitstest durchgeführt, Blase entleert, Zeit,
Ölauswahl
besprochen)
- Raum (gutes Raumklima, Ruhe)
- Personal (Zeitrahmen,
Technik)
- Häufigkeit (1× pro
Tag über fünf Tage/ bevorzugt nach dem
Mittagessen
oder vor dem Schlafen. Nach fünf Tagen zwei Tage Pause.
Material:
Hier ergib sich
eine stationseigene Variante, da wir auf vorhandenes Material zurückgreifen:
- 2 Dessertteller
- 2 Baumwollwindeln (evtl. als Alternative zurechtgefaltete
Küchenrolle)
- 1 Handtuch zum
umwickeln
- 20 ml fettes Öl (Oliven-
oder Sonnenblumenöl)
- 4° ätherisches Öl
nach Wahl oder Absprache
Technik:
- beide Teller für 1-
1,5 Minuten in der Mikrowelle maximal erhitzen
- während dessen
Ölmischung auf eine Baumwollwindel/ Küchenrolle geben
- Handtuch ausbreiten
- ab jetzt zügig
arbeiten
- 1. heißen Teller
auf das Handtuch legen
- darauf die
ölgetränkte Windel ausbreiten
- 2. Teller darauf legen
- mit der zweiten
Baumwollwindel das Ganze eng einschlagen
- das Handtuch eng
darüber zusammenfalten
- zum Patienten gehen
- am Patienten Tücher
zügig lösen, Temperatur der Ölkompresse an der eigenen Innenarmseite testen, erst dann beim
Patienten auflegen
- 2. Baumwollwindel
darüber anbringen
- mit dem Handtuch
eng umwickeln
- Decke darüber legen
- einen Moment beim
Patienten bleiben, da jeder ein anderes Wärmeempfinden hat und um evtl. noch
Veränderungen vornehmen zu können
- Teller entsorgen
der
Wickel bleibt so lange es gefällt (durchschnittlich 20-30Minuten)
Beispiele:
Rezepturen für Öl Wickel oder Kompressen:
Basis
20 ml Olivenöl, da
es der sehr hautpflegend, durchblutungsfördernd sowie schmerzlindernd ist.
Äth. Ölkombinationen bei Atemwegsbeschwerden:
-
2° Fichtennadel (Abies sibirica): spasmolytisch,
antiphlogistisch
2° Lavendel fein (Lavandula angustifolia): spasmolytisch,
epithelisierend,
angstlösend
Äth. Ölkombinationen bei Einschlafstörungen und entspannungsfördend:
-
2° Lavendel fein (Lavandula angustifolia): sedativ,
ausgleichend, angstlösend
2° Melisse ( Melissa officinalis 10%): sedativ,
schlaffördernd
Äth. Ölkombinationen bei Angst/ Depression:
-
2° Bergamottminze (Mentha citrata): antidepressiv,
ausgleichend
2° Majoran (Oreganum majorana): stark
parasympatikoton, beruhigend,
harmonisierend
Äth. Ölkombinationen bei Blähungen und Bauchkrämpfen:
-
2° Lavendel fein (Lavandula angustifolia): spasmolytisch,
ausgleichend
2° Kreuzkümmel (Cuminum cyminum): verdauungsfördernd,
endblähend,
analgetisch
Hautpflege während der Bestrahlungstherapie:
Damit wir den
Patienten auch während der laufenden (palliativen) Bestrahlung helfen können,
habe ich mir zusätzlich zur Erlaubnis unserer Oberärztin die Einwilligung der
leitenden Strahlenärztin eingeholt. Das ist von enormer Wichtigkeit damit alle
gut informiert sind und bei den Patienten keine Unsicherheit entsteht. Oftmals
kennen diese den Einsatz der Aromapflege zunächst nicht, sind noch skeptisch
und benutzen herkömmliche Cremes. Wir
haben uns gemeinsam auf eine kleine Auswahl an ätherischen Ölen und Pflanzenölen geeinigt. Erst wenn alle behandelnden
Ärzte überzeugt sind, werden wir die Anwendungen erweitern. Die Patienten
werden außerdem darüber aufgeklärt, dass neben den aromapflegerischen Maßnahmen
andere Salben und Cremes nicht benutzt werden können, da sie einen anderen
Wirkmechanismus haben.
Hier also die vorerst nicht variablen Rezepturen:
Äth. Ölkombination während der Bestrahlung (2%):
- 25 ml Olivenöl
+ 10°
Lavendel extra (Lavandula angustifolia vera)
→ je nach der Bestrahlung und am Abend. Niemals vor der
Bestrahlung
Äth. Ölkombination nach abgeschlossener
Strahlentherapie (2%):
-
20 ml Aloa-Vera Öl
oder Olivenöl
+ 8°
Lavendel extra (Lavandula angustifolia)
→ 2-3- mal täglich
- 48 ml Aloa Vera-Öl,
2 ml Sanddornfruchtfleischöl
+ 10°
Lavendel extra (Lavandula angustifolia vera)
+ 10° Niauli
(Melaleuca viridiflora)
→ 2-3 mal täglich
Fallbeispiel Bestrahlung aus meinem privaten Umfeld (daher
auch eine andere Rezeptur):
23-jähriger Patient
mit Osteosarkom des kleinen Fingers. Geplant sind 35 Bestrahlungen. Er nutzt ab
der 15. Bestrahlung folgende Mischung, die jeweils nach der Bestrahlung und
gegen Abend auf den Finger aufgetragen wird.
- 25 ml Olivenöl, 25 ml
Calendulaöl
+ 15° Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
+ 3° Niauli (Melaleuca viridiflora)
+ 1° Pfefferminz (Mentha piperita)
+ 1° Weihrauch (Boswellia sacra caterii)
Foto 1 zeigt den
Finger nach 26 Bestrahlungen. Die Haut pellt sich, bereitet aber keine
Schmerzen. Kühle Luft findet der Patient angenehm.
Da er Kälte
angenehm findet, erhält er ein Rosenhydrolat, womit der Finger mehrfach nach
der Bestrahlung versorgt wird. Außerdem hat er auf folgende Mischung umgestellt,
die er kühl auf den Finger auftrug bis er die Bilder 2+3 aufgenommen hat (8
Tage nach Behandlungsende):
- 50 ml Aloa Vera Öl
+ 20° Niauli
Fazit und Ausblick:
Auch wenn seit Eröffnung
unserer Station schon zwei Jahre vergangen sind, sind eben doch nur zwei Jahre
vergangen. Die Implementierung nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch, als ich zu
Beginn dachte, was aber auch mit dem steten Lerneffekt während der Ausbildung
zu erklären ist sowie mit meiner Teilzeittätigkeit.
Von enormer
Wichtigkeit ist die stete Fortbildung, die auch einen wertvollen, intensiven
Austausch mit Kolleginnen aus anderen Einrichtungen ermöglicht und meiner
Meinung nach noch durch die Themen Duftkommunikation und Aromapraxis vertieft
werden sollte, um ein rundes Paket zu schnüren.
Zum Thema Standardisierung
versus Individualpflege könnte man wohl eine eigene Arbeit schreiben. Für
unseren Bereich versuche ich einen sicheren Mittelweg zu finden und habe bisher
ein überwiegend positives Feedback erhalten.
Es hat sich immer
wieder gezeigt, wie wichtig der Dialog mit den Kollegen und Patienten ist, um
eine gute zielgerichtete Aromapflege zu gestalten.
Drei Faktoren
wurden im Verlauf klar:
- Kollegen, die
Aromapflege an sich selber erleben durften waren deutlich offener und
engagierter bei der Anwendung an Patienten
- Standards sind
wichtig, müssen aber individuelle Änderungen zulassen, was nur möglich ist,
wenn mehrere Kollegen zumindest eine Basisschulung haben
- Implementierung
hört nie auf. Es ergeben sich stets neue Situationen oder Fakten, die es
notwendig machen, zu reagieren und Herangehensweisen zu ändern oder zu ersetzen.
Für
die Zukunft sehe ich die Möglichkeiten guter Zusammenarbeit mit weiteren
Bereichen unseres Krankenhauses, wenn es möglich wird, einen zeitlichen Rahmen
abzustecken, was wahrscheinlich die größte Herausforderung ist im Rahmen immer
enger geschnürten Ressourcen. In der festen Überzeugung der Sinnhaftigkeit
dieser Überlegung werde ich auch weiterhin versuchen Schritt für Schritt diesen
Teil der Pflege zu erschließen.
Quellen:
- E. Zimmermann: Aromatherapie
für Pflege und Heilberufe Stuttgart: Hauk-Verlag 2011
- M. Werner, R. von Braunschweig: Praxis
Aromatherapie Stuttgart: Hauk-Verlag 2012
- D. Wabner:
Taschenlexikon der Aromapflege Bad Kötzing und München Verlag Systemische
Medizin
- Wikipedia
- Unterrichtsunterlagen
S. Herber: Schulungen, Seminare, Ausbildung Schwollen
Herzlichen Dank liebe Kerstin für Deine Zustimmung, andere an Deinen tollen
Erfahrungen teilhaben zu lassen!
Schlaffördernde und muskelentspannende Anwendung nach dem Nachtdienst
Anne Maria arbeitet seit 1996
als Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege in einer Kinderklinik in
Siegen. Dort gibt es zwei Intensivstationen, auf welchen sie im
Rotationsverfahren eingesetzt wird.
Bei den Früh und Neugeborenen werden
die Hautpflege und Bauchmassagen mit Olivenöl durchgeführt. Ätherische Öle
werden wegen der Hautunreife der Frühgeborenen nicht verwendet. Beruhigende
bzw. belebende Waschungen, Teilmassagen oder die Mundpflege mit ätherischen
Ölen könnten bei größeren Patienten zu deren Wohlbefinden beitragen, dürfen
leider aber noch nicht verwendet werden.
Daher hat sich Anna Maria ein
anderes Thema für ihre Projektarbeit ausgesucht:
Schlaffördernde und
muskelentspannende Anwendung nach dem Nachtdienst
Themenfindung
Da wir bei unseren Patienten nicht
mit ätherischen Ölen arbeiten, war es anfangs schwierig für mich ein Thema für
die Facharbeit zu finden. Ich habe mich gefragt, wem kann ich "Gutes
tun", wenn unsere Patienten nicht in Frage kommen. Da ich viel im
Nachtdienst arbeite, überlegte ich mir, welche Probleme bei der Arbeit im
Nachtdienst bzw. nach dem Dienst vermehrt auftreten. Für mich persönlich war
die Frage schnell beantwortet: meistens habe ich im Nachtdienst vermehrt
Muskelverspannungen, auch ist die Schlafqualität sehr wechselhaft. Daher
stellte ich mir die Fragen: Wie sieht es bei meinen Kolleginnen aus? Kann ich
ihnen etwas Gutes tun?
Ich recherchierte über ätherische
Öle, welche sowohl bei Muskelverspannungen bzw. Schlafstörungen hilfreich sind.
Danach habe ich eine Rezeptur für einen Balsam entwickelt. Die Suche nach
freiwilligen Testpersonen konnte losgehen. 15 Kolleginnen waren bereit den
Balsam nach dem Nachtdienst zu testen, und anschließend den von mir entworfenen
Fragebogen zu beantworten. So entstand mein Facharbeitsthema.
Lavendelfoto - Sabrina Herber |
Der Schlaf und seine Störungen
„Wer schlafen kann, darf glücklich sein.“
Erich Kästner
Schlafdauer
Nach neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen beträgt die optimale Schlafdauer zwischen 6-7 Stunden, ist jedoch
individuell unterschiedlich.
Durchschnittlicher Schlafbedarf pro
Tag beim Menschen:
Neugeborene
|
bis 18 Std.
|
5-12
Jahre
|
9 -11 Std.
|
1-12
Monate
|
14-18 Std.
|
Jugendliche
|
9 -10 Std.
|
1-3
Jahre
|
12-15 Std.
|
Erwachsene /
Ältere
|
6-8 Std.
|
3-5
Jahre
|
11-13 Std.
|
Schwangere
|
> 8 Std.
|
Die häufigsten Schlafstörungen sind:
Einschlafstörungen
Man spricht davon, wenn man länger
als eine halbe Stunde zum Einschlafen benötigt.
Durchschlafstörungen
Hierbei handelt es sich um einen
oberflächlichen Schlaf. Nach dem Aufwachen vergeht mehr als eine halbe Stunde
bevor man wieder einschlafen kann. Hierbei ist der Tiefschlafanteil vermindert
und somit auch der REM Schlaf bzw. der Traumschlafanteil.
Außerdem gibt es noch das vorzeitige
Erwachen, wo der Schlaf nach wenigen Stunden beendet ist. Bei
Schlafrhythmusstörungen handelt es sich um Störungen des Wechsels zwischen
Wach und Müdigkeitsphasen, wie sie beim Jet-lag zu beobachten sind.
Die Ursachen für Schlafstörungen
können sehr verschieden sein. Sie lassen sich in folgende Gruppen
einteilen.
Physikalisch: z.B. obstruktive Schlafapnoe,
Restless legs, Lärm, Lichteinfall
Physiologisch: z.B. Änderungen des
Tag/Nachtrhythmus, Jet-lag
Psychologisch: z.B. Ärger, Stress
Psychiatrisch: z.B. Manien, Depressionen
Pharmakologisch: z.B. Kaffeekonsum, Nebenwirkung von
Medikamenten, Alkohol
Körperlich/Organisch: z.B. Restless legs, Krankheiten,
Schmerzen
Diese Krankheiten können auftreten,
wenn der Körper wegen Schlafmangel keine Erholung mehr bekommt.
- Kopfschmerzen
- Magen-Darmbeschwerden
- Herz-Kreislauferkrankungen
- Depressionen
- Burn-Out
- Diabetes
- Alkoholabhängigkeit
Schlaf bei Schicht- bzw. Nachtdienst
Unsere „innere Uhr“ ist für den
Wach/Schlafrhythmus bzw. Tag/Nachtrhythmus verantwortlich. Der Mensch ist
wach, wenn es hell ist und schläft bei Dunkelheit. Dafür sind unterschiedliche
Botenstoffe zuständig, die im Hirnstamm, Thalamus und Hypothalamus gebildet
werden. Die Formatio reticularis, ist eine den Hirnstamm durchziehende netzförmige
Struktur, die aus einer Ansammlung von Nervenzellen besteht. Ihre Neurotransmitter
Noradrenalin und Acetylcholin erregen den Thalamus. Die Aufmerksamkeit wird
erhöht, der Mensch ist wach. Die Botenstoffe Seretonin und y-Aminobuttersäure (
GABA ) sind für die Abnahme der Aufmerksamkeit zuständig. Der Schlaf wird
eingeleitet. Der Hirnstamm bremst die Aktivität und der Muskeltonus erschlafft.
Der Hypothalamus ist mit dem Auge verbunden. Bei Dunkelheit werden weniger
Botenstoffe Histamin und Orexin produziert. Orexin hat normalerweise eine
appetitsteigernde Wirkung, ist hier aber maßgeblich für das
Schlaf/Wachverhalten verantwortlich. Außerdem beeinflusst das Melatonin unser
Schlafverhalten. Es wird in der Zirbeldrüse freigesetzt und vermehrt in den
Abendstunden produziert, was heißt, bei Dunkelheit wird geschlafen. Dieser
biologische Rhythmus ist bei Nachtschichtarbeitern gestört, da sie am Tag
schlafen und in der Nacht arbeiten müssen.
Durch das Wechselschichtsystem mit
ihren Nachtdiensten treten Probleme auf, die für die betroffenen Personen von
großer Bedeutung sind.
Frauen und Nachtarbeit
Viele Frauen, v.a. im Krankenhaus
arbeiten in der Nacht. Das ermöglicht ihnen Familie und Beruf zu vereinbaren.
Es hat sich gezeigt, dass Frauen häufiger müder sind als Männer, da ihnen die
Doppelbelastung Haushalt, Familie und Beruf doch sehr viel abverlangt. Die
Freizeit ist deutlich reduziert, da der Haushalt geführt und die Kinder
versorgt werden müssen. Folge ist, dass bei Frauen die Fehltage durch Krankheit
im Vergleich zu Männern erhöht ist. Muskuläre Beschwerden, Schlafstörungen,
seelische Probleme oder Menstruationsbeschwerden sind dafür häufige Ursachen.
Aus Zeitmangel ist es oft nicht möglich sich einen Ausgleich zum Beruf zu
ermöglichen. Dabei wären Sport und Entspannung als gesundheitliche Prävention
dringend notwendig.
Naturheilkundliche Therapie bei
Schlafstörungen soll das Wohlbefinden und die Gesundheit erhalten. Im Idealfall
können Medikamente reduziert oder noch besser abgesetzt werden. Ätherische
Öle, die u.a. bei Schlaflosigkeit eingesetzt werden können sind z.B.:
- Lavendel fein/extra (Lavandula angustifolia/vera)
- römische Kamille (Anthemis nobilis)
- Neroli (Citrus aurantium L.ssp.amara)
- Mandarine rot (Citrus reticulata)
- Melisse (Melissa officinalis)
- Vetiver (Vetiveria zizanoides)
- Sandelholz (Santalum album)
Die ätherischen Öle werden über den
Geruchssinn (olfaktorisches System) an das Gehirn übertragen. Inhaliertes bzw.
auf die Haut aufgetragenes Öl gelangt in die Blutbahn und übt eine messbar
psychologische Wirkung aus. Das Verhalten ändert sich. Die Anwendung der
ätherischen Öle erfolgt mit Voll- und Teilbädern, Massagen und Einreibungen, in
einer Duftlampe oder als Duftmeditation.
Auch Heilpflanzen können als
Teezubereitung gegen Schlaflosigkeit helfen, diese sind vor allem:
- Lavendel
- Hopfen
- Johanniskraut
- Melisse
Auch Muskelverspannungen treten bei
Kolleginnen und Kollegen nach dem Nachtdienst vermehrt auf:
Behandlung von Muskelverspannungen
Unterschiedliche Maßnahmen tragen
dazu bei, Muskelverspannungen zu lindern:
- Wärme, z.B. Rotlicht und Sauna
- warme Vollbäder
- Entspannungstechniken, z.B. autogenes Training, Yoga
- Bewegung und gezieltes Training der betroffenen Muskelgruppe
- Physiotherapie und Massagen
- Akupressur
- systemische oder lokale Schmerzbehandlung
Wärme entspannt die Muskulatur,
Entspannungstechniken sind für den Abbau von psychischem Stress wichtig und
durch Physiotherapie und Training wird die schwache Muskulatur gefördert und
aufgebaut. Eine entzündungshemmende, durchblutungs- fördernde und
schmerzlindernde Behandlung wird häufig mit Hilfe von Schmerzmedikamente bzw.
Salben erzielt.
Folgende ätherische Öle
können, wie die herkömmlichen Schmerzmittel auch, zur Muskelentspannung
beitragen und die Wirkung unterstützen:
Bei Muskelkater hilft u.a.,
Cajeput (Melaleuca leucadendra cajeputi), Ingwer (Zingiber officinale),
Mandarine rot (Citrus reticulata)
durchblutungsfördernd wirken u.a., Fichte (Picea obovata),
Majoran (Origanum majorana), Rosmarin (Rosmarinus
officinalis ct. Borneon oder Cineol), Vetiver (Vetiveria
zizanoides)
entzündungshemmend wirken u.a., Angelikawurzel
(Angelica archangelica), Cajeput (Melaleuca leucadendra cajeputi), Eukalyptus
(Eucalyptus radiata), Immortelle (Helichrysum italicum), Lavendel (Lavandula
angustifolia/vera), Manuka (Leptospermum scoparium), Melisse (Melissa
officinalis), Petit grain (Citrus aurantium ssp aurantium), Rose (Rosa
damascena), Teebaum (Melaleuca alternifolia), Weihrauch (Boswellia serrata),
Zeder (Cedrus atlantica)
krampflösend wirken u.a., Basilikum (Ocimum
basilicum), Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Kamille römisch (Anthemis
nobilis), Lavendel (Lavandula angustifolia/vera), Lorbeer (Laurus nobilis),
Majoran(Origanum majorana), Mandarine rot (Citrus reticulata),
Muskatellersalbei (Salvia sclarea), Pfefferminze (Mentha piperita), Vetiver
(Vetiveria zizanoides), Ylang Ylang (Cananga odorata)
schmerzstillend wirken u.a., Cajeput (Melaleuca
leucadendra cajeputi), Eisenkraut (Verbena officinalis), Eukalyptus ct.
Citriodora, Ingwer (Zingiber officinale), Lavendel (Laveandula
angustifolia/vera), Melisse (Melissa officinalis), Pfefferminze (Mentha
piperita), Rosmarin (Rosmarinus officinale ct., Teebaum (Melaleuca
alternifolia), Ylang Ylang (Cananga odorata)
psychisch entspannend wirken u.a., Basilikum (Ocimum
basilicum), Benzoe ( Styrax benzoe ), Eisenkraut , Eucalyptus ct.Citriodora,
Ingwer (Zingiber officinale), Jasmin Absolue (Jasminum officinale), Kamille
römisch (Anthemis nobilis), Lavendel (Lavandula angustifolia/vera), Majoran
(Origanum majorana), Mandarine rot (Citrus reticulata), Muskatellersalbei
(Salvia sclarea), Neroli (Citrus aurantium), Petit grain (Citrus aurantium),
Rose (Rosa damascena), Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
Präventiv können regelmäßige Entspannung,
Training der beanspruchten Muskulatur und gesunde Arbeitsbedingungen
Muskelverspannungen vorbeugen.
Meine Rezeptur für ein Schlafbalsam
Viele ätherische Öle helfen sowohl
bei Schlafproblemen, als auch bei Verspannungen aller Art. Daher überlegte ich,
welches Pflanzenöl und welche ätherischen Öle zur
Verfügung stehen. Hier habe ich mich dann für das Johanniskrautöl (Hypericum
perforatum) und das Calophyllumöl (Calophyllum inophyllum) im Verhältnis 9:1
entschieden. Das Mazerat aus Johanniskrautblüten wirkt muskelentspannend, hilft
bei Neuralgien und hat eine beruhigende Wirkung. Das Wirkstofföl Calophyllum
habe ich in niedriger Dosierung dazu genommen, da es ein bewährtes Öl bei
Rheuma, Ischialgien und Athritis ist. Mit den ätherischen Ölen Lavendel extra
(Lavandula angustifolia/vera), Kamille römisch (Anthemis nobilis),
Muskatellersalbei (Salvia sclarea), Ingwer (Zingiber officinale) und Vetiver
(Vetiveria zizanoides) sowie Bienenwachspellets habe ich ein 3%igen Balsam
hergestellt.
90 ml
Johanniskrautöl (Hypericum perforatum)
10 ml
Calophyllumöl (Calophyllum inophyllum)
20 Tr. Lavendel
extra (Lavandula angustifolia/vera)
10 Tr. Kamille
römisch (Anthemis nobilis)
10 Tr.
Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
15 Tr.
Ingwer (Zingiber officinale)
5 Tr.
Vetiver (Vetiveria zizanoides)
10 g
Bienenwachs
Meine Ölmischung bei Muskelverspannungen
Da mehr oder weniger alle meine
Kolleginnen unter Muskelverspannungen leiden, habe ich für sie noch eine
Ölmischung mit anderen Basisölen bzw. ätherischen Öle hergestellt.
Als Basisöl habe ich ein natives
Olivenöl (Olea europaea) und Calophyllumöl (Calophyllum inophyllum) gewählt.
Mit den ätherischen Ölen Cajeput (Melaleuca leucadendra cajeputi), Tonka
(Dipteryx odorata), Mandarine rot (Citrus reticulata), Muskatellersalbei
(Salvia sclarea) und Majoran (Origanum majorana) habe ich ein Öl hergestellt,
welches hautfreundlich, erwärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd,
entkrampfend und entspannend auf die Muskulatur wirkt. Wie der Balsam ist auch
die Ölmischung 3%ig.
Rezeptur
90 ml Olivenöl
(Olea europaea)
10 ml
Calophyllumöl (Calophyllum inophyllum)
15 Tr. Cajeput
(Melaleuca cajeputi)
15 Tr. Tonka (Dipteryx
odorata)
10 Tr. Mandarine rot
(Citrus reticulata)
10 Tr.
Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
10 Tr. Majoran
(Origanum majorana)
Anna Maria hat Fragebögen und
Evalutionsbögen zu Schlafqualität und Muskelverspannungen an die teilnehmenden
Kolleginnen ausgeteilt. Zusammenfassend gab es folgende Rückmeldungen:
Zitate
„Durch den angenehmen Duft konnte
ich besser abschalten und schneller einschlafen“.
„Ich wurde entspannter und konnte besser
einschlafen“.
„Entspannter Schlaf, schneller
erholt, nach dem Aufstehen mehr Energie“.
„Das Einreiben mit dem Balsam hat
mir gutgetan und war entspannend. Den Geruch (Duft) fand ich sehr angenehm.
Dieser hat mich anschließend beim Schlafen „wohlig“ begleitet“.
„Von der Schlafdauer nicht, war aber
entspannter“.
„Der Geruch beruhigte mich schön und ließ mich
schneller einschlafen“.
„Ich habe durchgeschlafen und bin
auch nicht wegen Durst, Hunger oder Harndrang aufgewacht. Das ist wirklich
eine Veränderung“
Aus eigener Erfahrung kann ich
sagen, dass der Balsam mit der Zeit gut gewirkt hat. Nach einer sehr stressigen
Nacht, nach der ich sonst erfahrungsgemäß wegen Grübeleien nicht einschlafen
konnte, bin ich zu Bett gegangen und war total entspannt. Ich konnte sofort
meine Gedanken abschalten und bin eingeschlafen. Tatsächlich habe ich auch
durchgeschlafen, was sonst nur ganz selten der Fall ist. Auch war ich nach dem
Aufstehen sehr erholt.
Unterschiedlicher waren die Aussagen
nach dem Gefühl des Wachseins nach dem Aufstehen. Positive Aussagen waren,
„ich war entspannt, gut erholt ausgeruht“. Einige sprachen von mehr Energie
nach dem Aufstehen. Einige waren aber auch erschöpft und träge und brauchten
Zeit um „in Gang zu kommen“. Viele waren wie immer müde nach dem Aufstehen.
Fazit
Laut Definition hatte keine meiner
Kolleginnen eine Schlafstörung, auch wenn es manchmal als solche empfunden
wird. Trotzdem konnten sich viele mit dem Balsam besser entspannen und
schliefen besser. Ich glaube mit dem erzielten Ergebnis kann ich zufrieden
sein, da die Anwendungsdauer ja sehr kurz war. Bei einem kontinuierlichen
Gebrauch könnte das Ergebnis wahrscheinlich noch verbessert werden.
Evaluation "Muskelverspannungen"
Muskelverspannungen kamen in beiden Gruppen vor,
allerdings vermehrt bei den älteren Kolleginnen. Überwiegend wurden die
Verspannungen in beiden Gruppen im Hals/Schulter/Nackenbereich beschrieben,
während in der Gruppe 2 zusätzlich noch Verspannungen im LWS Bereich
angegeben wurden. Der betroffene Bereich wird überwiegend als verspannt,
versteift und verhärtet angegeben.
Beide Gruppen geben an, dass die Beschwerden
nach langem Stehen zunehmen. Wahrscheinlich ist das statische Stehen am
Inkubator bei der Versorgung der Frühgeborenen dafür verantwortlich. Bei den
größeren Kinder gibt es noch Betten, die nicht höhenverstellbar sind, somit ist
ein „rückenschonendes Arbeiten“ kaum möglich. Glücklicherweise sind diese
Betten fast alle ausgemustert worden. Auch das Betten und die Lagerung von
größeren, sedierten Patienten ist oft nicht so einfach, was zu Verspannungen
führt. Ein weiterer Grund ist das Sondieren der kleinen Patienten, die mit
einem Elternteil „Känguruhen“. Hier wird in gebückter Haltung die Nahrung
verabreicht, was oft Verspannungen auslöst. Die älteren Kolleginnen verspüren
die Beschwerden neben dem statischen Stehen auch beim Sitzen und bei Bewegung.
Nur eine junge Kollegin gab Beschwerden bei Bewegung an. 2/3 sind der
Meinung, dass die Verspannungen im Nachtdienst verstärkt auftreten.
Zitate
„Hilft auch sehr gut außerhalb des
Nachtdienstes, z.B. bei
Muskelzerrungen, Verspannungen
und Verstauchungen“.
„Habe den Balsam meist auf die
verspannten Bereiche aufgetragen. Nach dem Aufwachen waren diese dann meistens
weg. Ich glaube das die Verspannungen durch die Anwendung schneller weg waren
als sonst“.
"Dezente Linderung der
Schmerzen/Verspannungen im Nackenbereich, allerdings nicht immer“.
„Verhärtungen lösten sich langsam“.
„Nackenverspannungen etwas
gemindert“.
Der Balsam verminderte laut
Arbeitskolleginnen auch das „Schweregefühl“ in den Beinen.
„Die Beine waren schneller warm, das
„Schwere und Wehgefühl“ nach dem Aufstehen war weniger“.
Auch hier ist eine längere
Anwendungsdauer empfehlenswert und würde wahrscheinlich zu einem noch besseren
Ergebnis führen. Allgemein ist der strenge, würzige Geruch des Balsam als
angenehm empfunden worden. Der Duft entspannte und beruhigte. Außerdem wurde
ein „angenehmes Hautgefühl“ beschrieben.
Alternativ zum Balsam habe ich
meinen Mitarbeiterinnen noch ein Öl zur Muskelentspannungen gemischt.
Fazit
Auch wenn der Balsam oder das Öl
nicht bei allen die gewünschte Wirkung erzielt hat, was bei der kurzen
Anwendungsdauer auch kaum zu erwarten war, haben die meisten Kolleginnen
positive Erfahrungen mit den ätherischen Ölen gemacht.
Bei den Schlafproblemen waren viele
nach dem Nachtdienst entspannter, konnten schneller abschalten und schliefen
somit schneller ein. Leider war die Anwendungszeit nach dem Nachtdienst sehr
kurz. Mit 3 bzw. 4 Nächten, glaube ich, konnte kein besseres Ergebnis erzielt
werden. Bei naturheilkundlichen Präparaten, wie z.B. Lasea bedarf es auch einer
gewissen Zeit, bis es wirkt. Viele waren auch vom „krautig würzigen“ Geruch
sehr angetan, der sie „wohlig“ einhüllte. Damit konnten sie besser abschalten
und somit leichter einschlafen. Die Muskelverspannungen, die sie nach dem
Nachtdienst verspürt haben, waren nach dem Aufstehen wesentlich angenehmer zu
ertragen. So seien die Verspannungen verschwunden bzw. wurden als deutlich
reduzierter wahrgenommen. Bei einigen waren die „schweren Beine“ verschwunden
und andere Kolleginnen lobten die erwärmende Wirkung des Öls bzw. des Balsams.
Das angenehme Hautgefühl wurde auch mehrfach positiv erwähnt. Einige
Kolleginnen bevorzugten den Balsam, während andere das Öl als angenehmer
empfanden.
Somit habe ich mein Ziel erreicht
und konnte meinen Kolleginnen etwas „Gutes tun“. Einige Aufträge für den Balsam
bzw. das Öl, die bei mir eingegangen sind, bestätigen das. Wichtig war es mir
aber auch, meine Arbeitskolleginnen für die Aromapflege mit ihren ätherischen
Ölen, zu sensibilisieren. Ihr Interesse habe ich wecken können. Das ist sehr
wichtig, da sie mir bei der Einführung der Aromapflege auf unserer Station
unterstützend zur Seite stehen werden.
Quellenangaben
Literatur
Aromatherapie für Pflege- und
Heilberufe
Eliane Zimmermann
5., aktualisierte Auflage, Haug
Verlag
Aromatherapie – Die Heilkraft
ätherischer Pflanzenöle
Eliane Zimmermann
2012 Irisana Verlag
Handbuch Ätherische Öle
Katharina Zeh
5.Auflage 2012, Joy Verlag
Praxis Aromatherapie
Monika Werner/Ruth von Braunschweig
2., aktualisierte Auflage, Haug
Verlag
Pflanzenöle
Ruth von Braunschweig
4.Auflage 2012, Stadelmann Verlag
Seminarunterlagen Sabrina Herber
Internet
Wikipedia
Duden
Arbeitsmedizinische Leitlinie der
Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. , Nacht und
Schichtarbeit
Schlafprobleme bei Schichtarbeit, www.charite.de
Aromapraxis aktuell Nr.20/2007 S.5,
Eliane Zimmermann
www.special-rückenschmerz.de
www.beschwerdebilder der Muskeln.de
Stomapfleg- mit ätherischen Ölen
Am vergangenen Freitag konnte ich Susanne Seitel (Gesundheits-u.
Krankenpflegerin in Offenburg) zu ihrer bestandenen Prüfung zur
ViVere-Aromapflegerin gratulieren.
Auch Susanne hat mir erlaubt Auszüge aus Ihrer Facharbeit hier zu veröffentlichen. Das Projekt ihrer Facharbeit stand unter dem Titel "aromatische Stomapflege"
Seit August 2013 wurde Ihre Stelle als Gesundheits- u. Krankenpflegerin gesplittet und sie bekam
15 % Aromapflegezeit. Das bedeutet, dass Sie z.B. Mittwochs den ganzen Tag in der Klinik zur Aromapflegevisite unterwegs ist, sie beantwortet die Fragen ihrer Kollegen, berät Patienten und arbeitet mit der Stomapflegefachkraft zusammen.
Zitat:
" Es hat sich bis jetzt schon gezeigt, dass durch meine regelmäßigen Besuche auf den Stationen die Aromapflege einen anderen Stellenwert bekommen hat. Es kommen viele Fragen und Ideen der Kollegen bei interessanten Gesprächen – auch oft Fragen zu privaten Anwendungsmöglichkeiten. Auch diese beantworte ich sehr gerne, denn sie sind oft der „Schlüssel“, sich ebenfalls im Pflegealltag auf den Einsatz Ätherischer Öle einzulassen. Außerdem gilt für mich ganzheitliche Pflege sowohl in Bezug auf den Patienten als auch auf die betreuende Pflegekraft. Wenn wir beider Wohl im Blick haben, kann der Krankenhausalltag auch in stressigen Zeiten gut gelingen.
-->Die vielen positiven Rückmeldungen und Erfolge unserer Patienten sind für uns pure Motivation. Mittlerweile entwickeln meine Kollegen selbst immer mehr Ideen, welche Anwendungen sie sich wünschen. Stellenweise muss ich deshalb bremsen, damit wir uns nicht selbst überfordern sondern auf der „sicheren“ Seite bleiben.
Weil Patienten und Kollegen immer häufiger anfragen, wo sie die tollen Öle herbekommen, durfte ich in Rücksprache mit der Geschäftsleitung nun ein kleines Lädchen im Krankenhaus einrichten, wo ich einmal pro Woche bzw. nach Vereinbarung „Ätherische Öle & mehr“ verkaufe. Damit alles in gesetzlichen Bahnen läuft, habe ich hierfür ein Nebengewerbe angemeldet. Vielleicht in diesem Zusammenhang eine kleine Fußnote: Ich bin völlig begeistert, wie viele Menschen positiv auf die kleinen Schätze der Natur reagieren. Auch im Rahmen der Geschäftsgründung und der Recherche für diese Facharbeit bin ich auf sehr viele liebe Menschen gestoßen, die mir mit viel Empathie weitergeholfen haben. Ganz herzlichen Dank!"
ihre ZUKUNFT sieht sie so:
Stomaspray
Vor einiger Zeit durfte ich schonmal ein kleines Erfolgsprojekt von Susanne hier veröffentliche, dabei ging es um die anxiolytische und entspannende Wirkung des Melissenöls, nach zu lesen klick hier
![]() |
Susanne Seitel, ich und das "Stomamodell" |
Auch Susanne hat mir erlaubt Auszüge aus Ihrer Facharbeit hier zu veröffentlichen. Das Projekt ihrer Facharbeit stand unter dem Titel "aromatische Stomapflege"
Seit August 2013 wurde Ihre Stelle als Gesundheits- u. Krankenpflegerin gesplittet und sie bekam
15 % Aromapflegezeit. Das bedeutet, dass Sie z.B. Mittwochs den ganzen Tag in der Klinik zur Aromapflegevisite unterwegs ist, sie beantwortet die Fragen ihrer Kollegen, berät Patienten und arbeitet mit der Stomapflegefachkraft zusammen.
Zitat:
" Es hat sich bis jetzt schon gezeigt, dass durch meine regelmäßigen Besuche auf den Stationen die Aromapflege einen anderen Stellenwert bekommen hat. Es kommen viele Fragen und Ideen der Kollegen bei interessanten Gesprächen – auch oft Fragen zu privaten Anwendungsmöglichkeiten. Auch diese beantworte ich sehr gerne, denn sie sind oft der „Schlüssel“, sich ebenfalls im Pflegealltag auf den Einsatz Ätherischer Öle einzulassen. Außerdem gilt für mich ganzheitliche Pflege sowohl in Bezug auf den Patienten als auch auf die betreuende Pflegekraft. Wenn wir beider Wohl im Blick haben, kann der Krankenhausalltag auch in stressigen Zeiten gut gelingen.
-->Die vielen positiven Rückmeldungen und Erfolge unserer Patienten sind für uns pure Motivation. Mittlerweile entwickeln meine Kollegen selbst immer mehr Ideen, welche Anwendungen sie sich wünschen. Stellenweise muss ich deshalb bremsen, damit wir uns nicht selbst überfordern sondern auf der „sicheren“ Seite bleiben.
Weil Patienten und Kollegen immer häufiger anfragen, wo sie die tollen Öle herbekommen, durfte ich in Rücksprache mit der Geschäftsleitung nun ein kleines Lädchen im Krankenhaus einrichten, wo ich einmal pro Woche bzw. nach Vereinbarung „Ätherische Öle & mehr“ verkaufe. Damit alles in gesetzlichen Bahnen läuft, habe ich hierfür ein Nebengewerbe angemeldet. Vielleicht in diesem Zusammenhang eine kleine Fußnote: Ich bin völlig begeistert, wie viele Menschen positiv auf die kleinen Schätze der Natur reagieren. Auch im Rahmen der Geschäftsgründung und der Recherche für diese Facharbeit bin ich auf sehr viele liebe Menschen gestoßen, die mir mit viel Empathie weitergeholfen haben. Ganz herzlichen Dank!"
ihre ZUKUNFT sieht sie so:
“
Als nächste Herausforderung steht ein Konzept für die Geburtshilfe an,
da gerade junge Mütter sehr sensibel sind, wie sie ihre Babys natürlich
versorgen können. Nicht zu unterschätzen auf dem hartumkämpften
Krankenhaussektor ist gerade auch im Bereich der Geburtshilfe der Werbefaktor
„Aromapflege für Mutter und Kind“ nach außen. Dazu gehören u.a. auch
Infoveranstaltungen im Rahmen der Elternschule.
-->
Selbst im Bereich der Radiologie gibt es erste Anfragen, ob bei großen
und z.T. schmerzhaften Untersuchungen wie CT`s und Biopsien mit ätherischen Öle in der Raumbeduftung
gearbeitet werden kann. Das Anliegen der dortigen Mitarbeiter ist es, die
Patienten in ihrer psychischen Belastung so gut wie möglich aufzufangen.
Der Bereich der Onkologie bietet ebenfalls sehr gute Anknüpfungspunkte.
Als christliches Haus mit Schwerpunktzentren für Brustkrebs und Darmkrebs sehen
wir den Patienten ganzheitlich und versuchen ihn entsprechend zu begleiten."
STOMAPFLEGE mit ätherischen Ölen und Aromapflegeprodukten:
Das Krankenhaus ist sowohl als Brustkrebszentrum als
auch Darmkrebszentrum zertifiziert. Auf diesem Hintergrund habe ich lange überlegt,
welches Thema nicht nur passend für meine Facharbeit sein könnte, sondern
vielmehr auch einen sinnvollen praktischen Nutzen für „meine“ tägliche Arbeit
im Krankenhaus haben könnte. Als Sabrina Herber in einem Seminar eine Mischung zur
Stomapflege ansprach, war mir klar: das ist DEIN Thema! Patienten, die
Stomaträger sind, leiden oft vielfältig: nicht zwingend aber sehr häufig
handelt es sich hier um Carzinom-Patienten.
Allein schon die Angst, wie es weitergehen wird und wie groß ihre Chance
auf Heilung sein wird, belasten diese Patienten enorm. Auch das Stoma als
solches ist oft erst einmal eine große psychische Belastung: Der Anus ist
plötzlich am Bauch, der
Stuhlganggeruch schnell an der Nase
und immer die Angst, dass der Beutel auch wirklich hält. Außerdem kommt es
häufig zu Komplikationen rund um das Stoma: die Haut mazeriert, ist schmerzhaft
und die Versorgung haftet nicht mehr.
Alle
diese Aspekte sind für mich Motivation, Stomapatienten zu unterstützen und mich
mit der aromapflegerischen Stomaversorgung zu befassen! Dahinter steckt auch
das große Ziel, den Patienten dabei zu unterstützen das Stoma als etwas
Positives anzunehmen – oft tatsächlich auch als „Lebensretter“. Betrachten wir
später die einzelnen ätherischen Öle und ihre jeweilige Wirkung auf die Psyche
genauer, so finden sich auch in diesem Bereich gute Ansatzpunkte.
Vorbereitung der Mini-Studie „Stomaspray“
Um die Idee
umsetzten zu können, hatte ich zunächst einen Termin mit der Pflegedienstleiterin
Fr. Heckenthaler. Im Gespräch konnten wir klären, was ich mir vorgenommen habe
bzw. wie unsere Stomapatienten aktuell versorgt werden.
Nach ihrer
Zustimmung konnte ich nun weitere Kontakte aufnehmen, um meine „Mini-Studie“ in
Angriff zu nehmen. Zunächst wurde unser
chirurgischer Chefarzt Hr. Prof.
Paolucci von mir mündlich und schriftlich informiert und um sein Einverständnis
gebeten. Seine Vorgaben erfüllte ich sehr gerne: eine gute Zusammenarbeit mit
dem bisher betreuenden Pflegeteam sowie weitere Informationen an ihn zu den
Ergebnissen.
Die meisten
Stomapatienten werden bei uns auf Station A2 postoperativ versorgt. Leider
überschnitt sich der Beginn meiner Mini-Studie mit dem Beginn des
Mutterschutzes der dortigen Stomapflegekraft, sodass wir gemeinsam nur noch die
nötige Dokumentation entwickeln und Rahmenbedingungen abstecken konnten.
Allerdings findet
die geplante Versorgung unserer Patienten durch die Stomatherapeuten des
Sanitätshauses Schneider & Piecha (Offenbach) statt: d.h. von Montag bis
Freitag kommt jeweils eine Kollegin zu uns auf Station, zeichnet vor OP das
geplante Stoma an und kümmert sich zweimal wöchentlich um den Plattenwechsel
bzw. auch Anleitung des Patienten. Die Pflegekräfte des Ketteler Krankenhauses
übernehmen den Wechsel der Stomaversorgung bei akutem Bedarf und am Wochenende.
Ein nächster
Schritt war es nun, die Akzeptanz und damit hoffentlich auch später die
Begeisterung für die Arbeit mit ätherischen Ölen beim Team der Stomatherapeuten
zu wecken. Ein wichtiger Faktor in der Zusammenarbeit war u.a. die Haftung der
Platte: die Bedenken der Stomatherapeuten, dass diese beeinträchtig wird,
stellten sich zum Glück sehr schnell als unbegründet heraus. Gemeinsam mit Fr.
Münkner von Schneider & Piecha startete die Planung über das weitere
Vorgehen sowie die Abstimmung der Dokumentation, denn eine meiner Vorgaben für die Aromapflege im
Krankenhaus sollte auch hier gelten: die Anwendung muss für alle so einfach und
so sicher wie möglich durchführbar sein.
Wir einigten uns
auf folgendes Procedere: Da ich jeden Mittwoch Aromatag habe, führe ich hier
auch eine Stomavisite durch. Der Erstkontakt zu den Patienten
läuft immer über mich: ich führe das Informationsgespräch,
hole das Einverständnis des Patienten ein und mache einen Verträglichkeitstest.
Dies dokumentiere ich anschließend auf den Dokumentationsbögen zur
Stomatherapie. Das Stomaspray selbst wird von der Stomatherapeutin bei jedem
Plattenwechsel angewendet. Die genaue Anwendung erkläre ich weiter unten. Meine
Stomavisite plane ich möglichst so, dass ich die Kollegin auf A2 treffe und wir
uns wöchentlich austauschen können. Soweit möglich, kontrolliere ich ebenfalls
bei den Patienten das Stoma bzw die Hautumgebung auf Veränderungen und befrage
diese nach ihren Erfahrungen. Zusätzlich erhalten die Patienten einen
Fragebogen, den sie nach Ablauf der Krankenhaus-Behandlung zu ihrer
Stomaversorgung mit dem Aromapflegeprodukt
ausfüllen können.
Parallel zu diesen
Schritten nahm ich Kontakt zu Monika Werner auf, da ich eine ähnliche Rezeptur
für das Stomaspray auch in ihrem Buch fand. Sie konnte mir in einem
ausführlichen Gespräch noch viele wertvolle Hinweise zur Anwendung und Erfolg
geben.
Die Kollegin der
Krankenhaus-Hygiene war in diesem Stadium ebenfalls involviert: wir überlegten,
ob es sinnvoll sei, die Haltbarkeit des Sprays auszutesten. Idee dazu war, das
Spray täglich oder wöchentlich auf eine Agarplatte zu sprühen und zu sehen, ab
wann darauf Wachstum zu sehen ist. Allerdings sahen wir wegen der finanziellen
und personellen Aufwendungen davon ab.
2.2 Durchführung
Der erste Patient
wurde am 04.09.2013 von mir besucht und um sein Einverständnis gebeten.
Insgesamt konnten wir bis 15.12.2013 13
Patienten des Ketteler Krankenhauses (Station A2) für unser Vorhaben
begeistern. Lediglich 3 Patienten lehnten die Anwendung des Stomasprays aus
unterschiedlichen Gründen ab: eine Patientin wehrte sich spontan gegen den
Geruch, ein weiterer Patient war schlichtweg aufgrund seines Alters mit einer
Veränderung seiner seit Jahren gleichen und von ihm selbst durchgeführten Stomaversorgung
überfordert. Auch ein junger MorbusCrohn-Patient, der bereits seit längerem ein
Stoma hatte, wollte das Stomaspray nicht ausprobieren. Bei ihm überwog die
Angst etwas Neues auszuprobieren, da er bereits einige schlechte Erfahrungen
bei Materialwechseln gemacht hatte.
![]() |
leider ist der "Stomabauch" nicht mehr pünktlich zur Prüfung bei Susanne eingetroffen, deshalb musst eine Puppe Modell stehen |
Im Verlauf zeigten
sich nun allerdings ein paar Tücken:
Die meisten unserer
Patienten erhielten eine Stoma-Neuanlage. Da die Stoma-Umgebung hier zunächst
reizlos und die Haut intakt ist, war es natürlich sehr schwierig zu beurteilen,
ob sich durch die Anwendung des Sprays etwas verändert. Besonders wertvoll für
mich waren deshalb ein paar Patienten, die bereits mit Stoma zu uns kamen und
nun die verschiedenen Erfahrungen schildern konnten. Außerdem waren manche
Patienten bedingt durch weitere Grunderkrankungen oder ihr Alter nicht in der
Lage, sich adäquat zu äußern.
Auf
diesem
Hintergrund entschloss ich mich, das Stomaspray auch in 20ml Flaschen zu
besorgen und es 3 Patienten mit nach Hause zu geben. Sie hatten meine
Kontaktdaten erhalten, um sich bei Bedarf jederzeit melden zu können.
Außerdem
telefonierten wir mittwochs alle 2 Wochen, um uns auszutauschen.
Gleichzeitig konnte
ich 2 Patienten im ambulanten Bereich finden, die ebenfalls bereit waren, das
Stomaspray auszuprobieren. Und auch hier kämpfte ich zunächst mit
Stolperfallen: Ein Patient lebt im Pflegeheim, in dem ich selbst bis vor kurzem
tätig war. Ich hatte die Kollegen vor Ort angeleitet und auch entsprechendes
Informationsmaterial sowie meine „Notfallnummer“ hinterlegt. Als ich eine Woche
später wieder zur Visite kam, waren die Kollegen vom „Duft im Raum“ absolut
begeistert. Wie sich herausstellte, hatten sie es teilweise als Raumspray und
nicht als Stomaspray benutzt. Also
verkürzte ich hier die Abstände zwischen meinen Besuchen und leitete jeweils den
betreuenden Kollegen persönlich an. Außerdem brachte ich ein Raumspray gegen
schlechte Gerüche mit, von dem sie dann ebenfalls sehr begeistert waren.
Ein weiterer
Patient wurde mir vom ambulanten Palliativdienst vermittelt. Er hat ein
Ileostoma und war mit der Versorgung sehr unglücklich: die Platte haftete
schlecht und musste häufig erneuert werden, wodurch die Haut in Verbindung mit
dem permanenten Kontakt mit flüssigem Stuhlgang stark gereizt war.
Ergebnisse der Mini-Studie „Stomaspray“
Trotz allem konnte
ich durch die 15 mit Stomaspray versorgten Patienten viele wertvolle Ergebnisse
sammeln – besonders die 3 Patienten, die das Spray auch zu Hause weiter
angewendet haben, konnten über ihre Erfahrungen viel berichten.
Von den
involvierten Stomatherapeuten bekam ich das Feedback, dass der Duft auf jeden
Fall sehr gut angenommen wurde und tatsächlich auch den Stuhlganggeruch
neutralisieren konnte. Außerdem war das Spray sehr gut wirksam bei geröteter
Haut. Problematisch war jedoch der Einsatz durch die Stomatherapeuten bei
mazerierter Haut: wenn das Spray auf die Haut gesprüht wurde, entstand dann ein
feuchter Film, auf dem die Platte schlecht haftete. Diese wollten es deshalb
bei Mazeration eher weniger anwenden. Gleichzeitig konnte ich allerdings bei
einem Patienten auf Intensivstation bei ähnlicher Situation eine deutliche
Verbesserung erkennen, wobei ich das Spray nach einer Einwirkzeit von ca 30
sec. mit einer sterilen Kompresse vorsichtig abgetupft hatte. Hier haben wir
auf jeden Fall noch eine kleine Baustelle, die wir gemeinsam noch genauer
betrachten werden. Ähnliche Erfahrungen hatte ich auch bei einem
Intensiv-Patienten gemacht, dessen Trachealstoma ich ebenfalls mit dem
Stomaspray versorgt hatte. Um ein versehentliches Einatmen des Sprays zu
vermeiden, hatte ich es auf eine sterile Kompresse gesprüht und damit die Haut
um das Stoma abgewischt. Die bestehende starke Rötung und beginnende Mazeration
verbesserte sich nach mehrmaliger Anwendung.
Von den
Stomatherapeuten sowie allen involvierten Patienten wurde mir auch immer wieder
versichert, dass es keine negativen Erfahrungen wie Rötung, Juckreiz, Schmerz…
gab! Die negativste Äußerung war: „ich habe gar nichts gemerkt!“.
Ebenso war der Verträglichkeitstest in der Ellenbeuge bei allen betreuten
Patienten negativ.
Zwei Patienten möchte ich beispielhaft noch genauer
beschreiben:
Ein älterer Herr
lag über Monate bei uns im Krankenhaus. Er hatte ein offenes Abdomen mit
VAC-Anlage sowie einer Blasenfistel. Die Haut unter den Verbandsrändern und
daneben war stark gerötet, schuppig und könnte auch pilzbelastet gewesen sein.
Bei ihm sprühte ich auch an Tagen ohne Verbandswechsel regelmäßig die Haut um
den Verband herum mit dem Stomaspray ein und konnte sehr schnell eine deutliche
Verbesserung des Hautbildes sehen.
Einen etwas jüngeren
Patient lernte ich leider erst wenige Tage vor seiner Entlassung kennen. Er
hatte bereits seit einigen Jahren ein Ileostoma, das nun bei einer erneuten
Operation durch ein Colostoma verlegt wurde. Das Ileostoma habe er nie wirklich
mit Pflege versorgt und dies allerdings auch immer mal wieder zu spüren
bekommen. Er nahm deshalb sehr gerne das Stomaspray mit nach Hause, um nun mit
guten Vorsätzen die Haut um das Colostoma regelmäßig zu pflegen. Nach einigen
Wochen Stomaversorgung im Alltag ist der Patient begeistert: die Haut ist
absolut intakt, der Duft stimmt und was für ihn sehr wichtig ist: die Platte
hält deutlich länger (5 statt 3 Tage) und sicherer als vorher, was zumindest
seiner Meinung nach mit dem Stomaspray zusammenhängt. Er hat sich nun gemeldet,
weil er dringend Nachschub braucht und würde das Stomaspray mit seinen
Ätherischen Ölen uneingeschränkt weiterempfehlen!
Stomaspray
Rezeptur nach Monika Werner
Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
Niaouli (Melaleuca viridiflora)
Benzoe Siam (Styrax benzoe)
Rosenhydrolat
Ringer-Lösung
Die Mischung auf Hydrolatbasis ist durch die
antiseptischen Eigenschaften der ÄÖ gekühlt bzw. im Kühlschrank über ca 6 Monate haltbar.
Wichtig ist jedoch, dass die Sprühflasche möglichst klein gewählt wird.
Anwendung
Das Stoma wird bei
jedem Plattenwechsel nach Standard (bei uns mit feuchten Kompressen) gereinigt.
Anschließend Stoma und umgebende Haut mit dem Stomaspray (vorher gut schütteln)
einsprühen und antrocknen lassen (dauert max 30 sec.). Da es keine Rückfettung
gibt, haftet auch die Stomaplatte gut. Sollte zur Reinigung eventueller Klebereste
ein spezieller Reinigungsschaum verwendet werden, stellt dies kein Problem dar.
Wirkung
Durch die tägliche
Anwendung des Sprays bei einer einteiligen Stomaversorgung (bzw. 2x wöchentlich
bei einer zweiteiligen Versorgung) wird die Schleimhaut bzw. Haut der
Stoma-Umgebung deutlich widerstandsfähiger. Es kommt weniger zu Mazerationen
bedingt durch den permanenten Kontakt mit Stuhlgang. Auch eine bereits
vorgeschädigte Haut wird in ihrer Heilung unterstützt. Sehr angenehm für den
Patienten ist ebenso eine leichte analgetische Wirkung der verwendeten
ätherischen Öle. Nicht zu unterschätzen ist die Abnahme der Geruchsbelastung
bei regelmäßiger Anwendung.
Vor einiger Zeit durfte ich schonmal ein kleines Erfolgsprojekt von Susanne hier veröffentliche, dabei ging es um die anxiolytische und entspannende Wirkung des Melissenöls, nach zu lesen klick hier
Aroma-Massage als Kommunikationsform im Hospiz
Heute habe
ich die Ehre wieder ein paar Ausschnitte aus einer ganz besonderen Facharbeit
von meiner Schülerin Denise zu veröffentlichen.
Seit April 2013 arbeitet Denise als Pflegefachkraft im Hospiz in
Schwerin. Es bietet 12
Gästen ein letztes Zuhause. Jedem Gast steht ein geräumiges Einzelzimmer mit
Dusche und WC zur Verfügung, das er sich auf Wunsch auch selbst einrichten und
gestalten kann.
Auch an die speziellen Bedürfnisse der Angehörigen wurde gedacht. Diese
können in der Begleitungsphase das Gästezimmer der Einrichtung nutzen.
Die Implementierung
aromapflegerischer Anwendungen und anderer Komplementärmethoden der Pflege
durch die Pflegekräfte vor Ort steckt noch in den Kinderschuhen – aber die
Offenheit und Bereitschaft, sich auf den Weg zu begeben, sind deutlich
erkennbar.
Aufgrund meiner laufenden Ausbildung in der Aromapflege und meinem
Wunsch, diese auch praktisch anwenden zu dürfen, erhielt ich auf Nachfrage bei
der Pflegedienstleitung die Erlaubnis, Aromapflege vorerst in Form der
Aroma-Massage, Hand- und Fußbädern sowie Waschungen und Raumbeduftung
durchzuführen.
Obwohl bereits 100% reine ätherische Öle sowie elektrische Aromalampen
in der Einrichtung zur Verfügung standen und
entsprechende Mundpflegeöle aus der Bahnhofsapotheke in Kempten bestellt
worden waren, konnte ich deren Anwendung kaum beobachten. Wie ich erkennen
musste, waren die Mitarbeiter der Thematik an sich sowie der Wirksamkeit der
Aromapflegeprodukte sehr skeptisch gegenüber eingestellt.
Mein Favorit – Die Aroma-Massage
(Quellen:
Der folgende Gliederungspunkt und die Textabschnitte der Unterpunkte wurden unter Zuhilfenahme der
Seminarunterlagen von Sabrina Herber und dem Buch „Hilfreiche Gespräche und
heilsame Berührungen im Pflegealltag von Specht-Tormann/Tropper,S.68 ff. erarbeitet.)
Im Verlauf der Ausbildung in der Aromapflege stand als Zusatzmodul das
Erlernen der Aroma- Massage zu Auswahl.
Schon als Kind durfte ich die entspannenden und wohltuenden Massagen
meiner Großmutter genießen. Meine Beschwerden (z.B. Anspannung, Ängste,
Schmerzen im Nackenbereich, Nervosität) konnten durch ihre Berührungen deutlich
gelindert werden. Obwohl meine Großmutter keine Ausbildung in dem Bereich
genossen hatte, griffen wir gern auf ihre Fähigkeiten zurück. Meine Mutter
sagte immer, dass Oma heilende Hände besitzen würde. Auch wenn das so mancher
in Frage stellen würde, so gab sie uns
doch während der Massage das Gefühl der Geborgenheit, der Wärme, der Nähe und
vor allem Zuwendung.
Diese Erinnerungen und das bereits erworbene Wissen über die Wirkung der
ätherischen Öle und die in Aussicht gestellte Möglichkeit, diese in Form der
Massage sowohl über die Haut als auch über den Geruchsinn einsetzen zu können,
sorgten dafür, dass ich voller Vorfreude meine Anmeldung zum Kurs ausfüllte.
Allein die
Wirkungsbandbreite der Massage… hier nur einige Beispiele
o deutliche
Linderung von Alltagsbeschwerden
o Gefühl der
Wärme, Geborgenheit, Zuwendung, Nähe zu vermitteln
o die
Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensenergie, inneren Harmonie
o Entspannung,
Lösen von Stresszuständen, Linderung von Schlafstörungen
o Hautpflege,
Regeneration der Zellen
o Durchblutungsförderung,
Förderung des Stoffwechsels
o Stärkung
des Immunsystems
o Förderung
der Konzentration
o Förderung
der nonverbalen Kommunikation
o Festigung
der zwischenmenschlichen Beziehungen…
…faszinierte mich und bestätigten meine Annahme, dass ich diese
Fähigkeit gut in der Hospizpflege einsetzen könnte.
..............
Bevor ich das Angebot einer
entspannenden Aroma-Teilmassage unterbreite, frage ich mich selbst:
o Wie fühlst
du dich gerade? (z.B. entspannt oder angespannt)
o Fühlst du
dich in der Lage eine entspannende Massage zu geben?
o Hast du
ausreichend Zeit?
o Willst du
diese Zeit für eine Anwendung einsetzen?
o Bist du
bereit, diese Zeit dem Gast voll zur Verfügung zu stellen?
Da ich die Aroma-Massage als einzige Fachkraft in dem entsprechenden
Umfang durchführe und keine zusätzlich Zeit zur Verfügung habe, muss ich leider
oft auch danach fragen:
o Ist deine
Kollegin bereit, auf deiner Seite zur Klingel zu gehen, während du beim Gast
bist?
o Welche und wie viele Anwendungen kannst du überhaupt
in den normalen Ablauf einbinden?
o Welche
Gäste haben Bedarf?
o Wo setzt du die Prioritäten? (Welche Bedürfnislage
ist dringender? Wer kann oder muss noch 1-2 Tage länger warten?)
Folgende Mischverhältnisse finden Anwendung:
- Mischung 0,5%ig: 10ml Basisöl + 1 Tropfen ätherische Ölmischung
- Mischung 1,0%ig: 10ml Basisöl + 2 Tropfen ätherische Ölmischung
...........
Aroma-Massage
als Kommunikationsform
Wie Ihnen bereits aufgefallen ist, ist die Unterbreitung des
Wohlfühlangebotes allein schon verbal kommunikativ stark geprägt.
o Informationen
werden gegeben und im Gegenzug gesammelt.
o Einstellungen,
Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse werden erfragt…
o …auf genau
diese wird dann reagiert, sie werden berücksichtigt.
o Empathie,
Achtung und Respekt dem Gast gegenüber sind
Grundvoraussetzung für eine gelingende Kommunikation.
o Die
Authentizität des Anbietenden ist oftmals ausschlaggebend für den Gast, um
demjenigen das Vertrauen zu geben, der die Massage durchführen möchte, um ihn
ohne Notwendigkeit so nah an sich und seiner Körper heranzulassen.
Erst die Kommunikation im Vorfeld entscheidet darüber, ob dem Gast die
Sicherheit vermittelt werden kann und in deren Folge das Vertrauen aufgebaut
wird, um die folgende nonverbalen Kommunikation – die Massage = Sprache der
Berührung – überhaupt durchführen zu können.
Massage als Sprache der Berührung
Die Sprache der Berührung dient genauso dem Kontaktaufbau, dem Austausch
von Informationen, dem Übermitteln von Einstellungen und Meinungen wie die
verbale Kommunikation.
Die Sprache der Berührung ist außerdem die erste Sprache, die Kinder
lernen. Schon im Mutterleib lernen sie die natürliche Begrenzung durch den
Uterus kennen, werden von Fruchtwasser umspült, spüren Erschütterungen und
hektische Bewegungen und können auch schon entspannendes Wiegen genießen. Nach
der Geburt ist das Kind von den sprechenden Händen der Mutter abhängig. Wie
fühlen sich z.B. die Hände der Mutter an. Wie berührt/wiegt die Mutter das
Kind? (hektisch, gestresst, ruhig, entspannt). Wie nimmt die Mutter das Kind in
den Arm(überfallend oder liebevoll) Kinder lernen begreifend ihre Umwelt kennen und machen sich ein Bild von der Welt.
Sie entwickeln über Berührung auch das Gefühl von Sicherheit und Unsicherheit,
von Ruhe oder von Hektik, Stress. Wir alle sammeln ein Leben lang
Berührungserfahrungen (angenehme aber auch unangenehme) und werden so Experten
für Berührung. Und wir sprechen die Sprache der Berührung auch bis an unser
Lebensende. Auch dann, wenn uns der Weg zur sprachlichen Äußerung schon längst
verstellt ist.
Wenn wir alle Experten in Bezug auf Berührung sind, könnte dann jeder Einreibungen, Streichungen und Wohlfühlmassagen
geben?
Grundsätzlich : Ja
Was bedeutet das Vorhaben für den
Massage-Gebenden?
Grundsätzliches über die
Berührungsqualitäten zu wissen:
o Berührungen können
entspannend, schön, belebend, anregend oder
beruhigend sein
o Berührungen können
Gefühle transportieren, Erfahrungen vermitteln,
Erlebnisse unterstreichen
o Können Intimität
schaffen und den Eintritt in tiefere seelische Schichten
ermöglichen
aus therapeutischer Sicht bedeutet es:
o immer auch
den Körper des Gegenübers anzunehmen
o sich auf
Funktionsabläufe des Gastes einzulassen
o Störungen
zu erkennen und zu bearbeiten
aus pflegerischer Sicht bedeutet
massieren auch
o den
persönlichen Lebensraum und dessen Grenzen zu beachten
o zwischen
Berufsberührung und Beziehungsberührung zu unterscheiden
o zu wissen,
dass die Massage eine Möglichkeit zur Sinnesstimulation und Eintritt in die
biographische Geschichte der Betreuten darstellen kann
Folgende Punkte hat Denise in Ihrer mehr als 50 seitigen Facharbeit ausgearbeitet:
- Beachtung des persönliche Lebensraumes und seiner Grenzen während der Massage
- Unterscheidung zwischen der Berufsberührung und der Beziehungsberührung
- Sinnesstimulation und Eintritt in die biographische Geschichte
- Aroma-Massage als symptomlindernde Maßnahme
- Wie berühre ich einen Patienten?
Einige Beispiele:
•
langsamer Berührungsfluss = Beruhigung
•
beschleunigter Bewegungsfluss = Ankündigung
eines Erlebens
•
ruckartige Bewegung = erzeugen
Stress, Unbehagen
•
kräftige Berührungen = stimulieren
•
sanfte Berührungen = entspannen
Konkret bedeutet das:
•
Ich nehme dich wahr, wie du bist.
•
Ich akzeptiere dich, wie du bist.
•
Ich bin bereit, deinem Rhythmus
entgegenzukommen.
auch die Kräuterstempelmassage hat Denise erlernt |
Fallbeschreibungen
Fr. K. geb. 12.09.1930
Diagnosen: CUP-Syndrom, Pleurakarzinose bds., chronisch
respiratorische Insuffizienz, arterielle Hypertonie, chron. Herzinsuffizienz,
chron. Niereninsuffizienz Stad.III; Epilepsie
belastendes Hauptsymptom: Dyspnoe
Da sich Atemnot häufig lindern lässt, in dem man die Aufmerksamkeit vom
Ort des Geschehens z.B. von der Lunge auf die Füße lenkt, bot ich dem Gast als
Einstieg eine entspannende Fuß-Bein-Massage an und zur Vorbereitung ein
Aromafußbad (da sich der Gast noch selbst zu versorgen versuchte und schlecht
an die Füße reichte).
Zur Auswahl stellte ich Fr. K. drei ätherische Ölemischungen:
„Engelsgleich“, „Sprachlos“, „Keep smiling“, da sie immer Früchte und Blumen
auf dem Tisch zu stehen hatte. In der Hinterhand behielt ich noch die
ätherische Ölmischung „Im Fluss sein“, da Fr. K. an manchen Tagen über
Wassereinlagerungen in den Füßen klagte, die jedoch nicht als prominent zu
bezeichnen waren.
Fr. K. bevorzugte für sich die
ätherische Ölmischung „Engelsgleich“.
Fr. K. empfand die Ölmischung „Im Fluss sein“ als unangenehm.
Ich respektierte ihre Wahl und ging ins Schwesternzimmer, um das
Massageöl zu mischen. Da Fr. K. ein trockenes Hautbild (vor allem an den Unterschenkeln)
aufwies, entschied ich mich für die
Basisöle: Jojobawach und Aprikosenkernöl und mischte diese 1:1. Insgesamt
verwendete ich 7,5ml von jedem Basisöl. In diese Mischung träufelte ich
3Tropfen der ätherischen Ölmischung „Engelsgleich“, d.h. ich stellte eine 1,0% Mischung her.
Nach der Aufklärung und dem Allergietest verabredeten wir uns am Abend
vor der Nachtruhe. Zu Beginn richtete ich das Fußbad und emulgierte 1 Tropfen
der ätherischen Ölmischung Engelsgleich in einem kleinen Fertigpack Kaffeesahne.
Das emulgierte ätherische Öl gab ich im Anschluss in das Wasser, das sich in
der kleinen Waschschüssel befand und verteilte die Mischung gleichmäßig.
Da Fr. K. ein sehr kommunikativer Mensch ist, nutzte sie die
Gelegenheit, um sich während des Fußbades mitzuteilen (kurzatmig, mit
Sauerstoff). Sie äußerte sich positiv über das Gefühl und den Geruch des
Fußbades. Nach 10 min beendeten wir das Fußbad. Ich traf die entsprechenden
Vorbereitungen zur Massage.
Zu Beginn der Massage erzählte Fr. K. noch sehr rege (Atmung ruhiger und
tiefer), während der Massage stoppte sie sich selbst im Redefluss und bemerkte,
dass ihr ja so der ganze Genuss verloren gehen würde. Ab diesem Zeitpunkt
wollte sie genießen. Nur noch einmal meldete sich zu Wort, erzählte von einer
Kochsendung und einem Rezept, für das sie immer bewundert worden war, dann
schwieg sie bis zum Ende der Massage. Mir ist zwar unklar, wie man von der
Ölmischung „Engelsgleich“ auf eingelegten Brathering in Aspik kommen kann, aber
ich fand die Geschichte amüsant.
Da Fr. K. eine sehr offene, orientierte und wissbegierige Frau ist,
konnte ich ihr den Bogen mit den Beobachtungsfragen aushändigen und erklären.
Sie gab ihn mir nach der 2. Anwendung ausgefüllt zurück. (siehe Anhang)
In der Folge erhielt Fr. K. noch drei weitere Fuß-Bein-Massagen und 3
Schulter-Nacken-Massagen, die sich laut ihrer Aussage sehr positiv auf ihr
Befinden auswirkten. „Sie wissen gar nicht, wie schön es ist, wenn man wieder
einmal richtig durchatmen kann.“
Neben der Aroma-Massage wandte ich im Verlauf bei Fr. K auch
Medi-Akupress zur Förderung der Atmung an. Der Erfolg beider Anwendungen zeigte
sich, in dem Fr. K. die Oramoph-Tropfen (Morphinlösung gegen Atemnot), die auf
Bedarf angesetzt waren und aller 4 h von Fr. K. eingefordert wurden, während
meiner Dienste 14:00 Uhr regelmäßig nicht mehr verlangt wurden. Im Frühdienst
konnte sie die 10:00 Uhr Gabe auslassen – auch an Tagen in denen ich keine Zeit
für Zusatzanwendungen hatte. Meine Anwesenheit reichte dort scheinbar schon
aus.
Derzeit absolviert Denise noch den MediAkupress Praktiker "Konzept begleitende Hände", die MediAkupressur findet bei ihr ein breites Anwendungsgebiet, zur Aromapflege wie z.B.
bei Unruhe, Angst
bei Atmenot
bei Ödemen
bei Übelkeit
bei Schmerzen uvm.
Rosenprojekt in der Arbeit mit demenziell Erkrankten
Wie in meinem vorigen Artikel versprochen möchte ich heute die Facharbeit von Ruth vorstellen.
Im Sommer 2011 kam Ruth zur Aromapflege-Woche nach Schwollen ins ViVere Seminarhaus, dort lernte ich ihre wundervolle Art mit Menschen umzugehen kennen. Selbst im Seminar konnte Ruth soviel von sich geben, dass ich ein großes Stück "reicher" wurde.
Ihre Arbeit mit demenziell Erkrankten macht ihr soviel Freude, dass sie nach außen "strahlt".
Als Projekt für ihre Facharbeit wählte sie das Thema „Rosige Zeiten“ – Rosen für
alle Sinne, da sich das Thema wunderbar in ihre Tätigkeit integrieren lies.
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Foto von Ruth´s Rosen-DVD |
Hier ein paar Auszüge aus Ihrer Facharbeit:
Viele unserer Bewohner kommen aus dem ländlichen Raum und hatten einen Garten.
Die Senioren, die keinen Garten hatten, kennen die Rose trotzdem, haben Erinnerungen
daran.
Ich möchte die Rose mit möglichst allen Sinnen erfahrbar machen, Erinnerungen wecken
und neue Eindrücke, wie zum Beispiel die Rose schmecken, vermitteln.
Die Ziele sind:
- Rosen sehen, riechen, fühlen, schmecken
- gemeinsam etwas tun, herstellen,
- Kreativität fördern,
- zusammen Freude, Spaß haben,
- zu einander finden, sich unterhalten,
- Erinnerungen wecken,
- sich wohl fühlen,
- sich selbst und andere annehmen wie sie sind,
- entspannen
Wir basteln Rosenblütenkränze
Als Einstieg in meine Projektarbeit wähle ich das Basteln von Rosenblütenkränzen,
da wir dabei gleich eine große Fülle an Rosen und Pflanzen die gut dazu passen erfahren
können.
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Foto Ruth Felder |
Die restlichen Rosen lassen wir trocknen um sie weiter zu verwenden.
Am Abend, beim ins Bett bringen, strahlt Frau S2 so richtig von innen rau und meint:
„Das war ein wunderschöner Urlaubstag!“. So ähnliche Kommentare finden die Frauen
immer wieder, wenn sie die Kränze anschauen.
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Foto Ruth Felder |
Wir stellen Rosenzucker und Badesalz mit Rosen und Lavendel her
Auf den Tischen stehen wieder die Utensilien
bereit:
- Gläser für Rosenzucker und Badesalz
- Rohrzucker
- Totes Meer Badesalz
- getrocknete Rosenblüten
- getrockneter Lavendel
- ätherische Öle Rose bulgarisch 10% und Lavendel fein
- kleine Moulinette
- Aufkleber
- Stifte
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Foto Ruth Felder |
Wir betrachten alle Zutaten auf den Tischen und überlegen, wie wir vorgehen. Es
taucht die Frage auf, warum wir keine frischen Blüten verwenden und es leuchtet ein,
dass die Gefahr besteht, dass die Pflanzenteile schimmeln.
Gemeinsam zerlegen wir die Rosenblüten. Sie wird in all ihre vielen Blütenblätter zerteilt,
befühlt, berochen. Die Blütenblätter, die ganz innen sind und unten her einen
weißen Rand haben, werden aussortiert, da diese bitter sein können. Für das Badesalz
können wir sie aber bestimmt noch verwenden.
Auch den Lavendel zupfen wir ab, zerreiben ihn, riechen an ihm und immer wieder
an unseren Händen. „Mmmhhh, so hat es im Wäscheschrank meiner Mama auch
gerochen!“ stellt Fr. A. fest.
Wir entscheiden uns zuerst Rosenzucker herzustellen und überlegen, ob wir die Blätter
in ihrer Größe lassen, dann kann man sie zum Verzehr entfernen oder ob wir sie
zerkleinern und mitverzehren. Das Ergebnis: ein Teil wird mit der Moulinette zermahlen,
was einen intensiven Duft erzeugt. Jeder schnuppert mit einem „Mmmhhh“ daran.
Zum Vergleich lasse ich alle an der Verschlusskappe des Rosenöls riechen.
Dieser Geruch ist noch intensiver! Es ist für die meisten Bewohner das erste
Mal, dass sie Rosenöl riechen.......
Foto Sabrina Herber |
Das Badesalz stellen wir in den gleichen Schritten her, entscheiden uns aber der Optik
wegen, auch ganze Rosenblätter mit zu verwenden. Es wird wieder gedreht, befüllt
und geschüttelt. Inzwischen hat sich unsere Runde vergrößert. Es sind noch
mehr Bewohner und auch Angehörige dazu gekommen. Alle helfen mit, rühren,
schütteln, schnuppern, erzählen.........
Wellness – Nachmittag auf der Terrasse
Es ist wieder ein richtig heißer Sommertag und wir haben zu nichts Lust. Einfach
entspannen und genießen. Das Angebot für ein lauwarmes Fußbad wird mit Freude angenommen und ist die Gelegenheit unsere Badesalze zu testen.
Die Bewohner dürfen ihren Duft aussuchen, ob Rose, Lavendel oder lieber gemischt. Diese Entscheidung fällt manchen ganz schön schwer. Mit der Zeit haben alle eine Wanne (oder Schüssel) mit Fußbadewasser in der richtigen Temperatur und Geschmacksrichtung vor sich. Nebenher lassen wir eine CD mit Meeresrauschen leise im Hintergrund spielen.
Es ist interessant, wie alle nacheinander zur Ruhe finden. Die Atmosphäre wirkt sehr entspannt, gemütlich, zufrieden.......Wer zum Abschluss noch eine Erfrischung möchte bekommt die Beine mit Pfefferminzspray eingesprüht.....
Einige Bewohner waren wegen der schwimmenden "Rosenkrümel" etwas irritiert, hier hatte eine Angehörige die Idee, das Badesalz doch in große Teebeutel zu füllen und diese in die Fußbadeschüssel mit dazu geben.
Entspannung mit Rosenbildern, Rosenduft und Entspannungsmusik
auch die DVD Hülle hat Ruth selber gestaltet!! |
Auf einem Rosenmarkt hat Ruth hunderte Rosenfotos geschossen, diese auf eine DVD brennen lassen, um sie im Pflegeheim als Diashow über den Fernseher abzuspielen. So sind die Bilder auch für Sehbehinderte wahrnehmbar, es können mehrere zusammen schauen und da auch die Bilder der
„Blumenköniginnen“ dabei sind, kann sich die eine oder andere Bewohnerin im Fernseher entdecken. Dazu läuft Entspannungsmusik (z. Bsp. Fühl dich wohl von Vinito, oder Wolkenflug von Martin Buntrock). Auf die Heizung legt sie nach dem Lüften kleine Zellstofftupfer mit ätherischen Ölen
zur Entspannung, mal Rose, mal Mandarine und auch mal „Zauberöl“ .
Zauberöl
8° Mandarine rot
1° Rosen-Absolue
2° Sandelholz
2° Vanille-Extrakt
Das Zauberöl, wird entweder für die Duftlampe verwendet, für kleine Massagen- und Einreibungen oder es wird daraus ein Raumspray hergestellt.
Ausserdem veranstaltete Ruth einen Rosenlieder-Nachmittag, stellte Rosensirup her und organisierte einen Lichterrosenkranz-Gebetsnachmittag mit den Bewohnern und vielen Angehörigen......
Ich habe Ruth dazu ermutigt ihre Rosen-DVD doch auch anderen Häusern bereitzustellen, wer interesse an diesen wundervollen Rosenbildern hat, kann sich bei mir melden und ich werde es an Ruth weiterleiten.
Einführung der Mundpflege mit
ätherischen Ölen auf der Palliativstation der Klinik
Nachdem Sandra die ersten Aromapflegekurse absolviert hatte,
beschloss Sie die Kenntnisse im Krankenhaus anzuwenden bzw. anzubieten.
Ihr
Vorhaben hat sie mit der zuständigen Pflegedienstleitung besprochen,
diese war sehr positiv der Aromapflege gegenüber eingestellt und
erteilte Sandra die Erlaubnis, diese auf Station einzuführen. Sogar ein
kleines Budget wurde ihr bewilligt, damit konnte Sie die ersten Öle in
der Krankenhaus Apotheke und elektrische Duftlampen bestellen.
Die
Anfänge auf der Palliativstation waren nicht
immer leicht. Mit der Zeit wurde die Aromapflege aber immer mehr
akzeptiert.
Trotz der Akzeptanz und der Möglichkeit Öle über die Apotheke zu
beziehen, mussten die Kosten doch immer im Auge behalten werden und
Improvisation war gefragt. So verwendetete sie zum Beispiel
am Anfang zur Aufbewahrung des Mundwassers und des Mundöls
verschließbaren Sputum Becher.
Ihr
ist es gelungen die komplette Mundpflege auf der Station umzustellen.
Es gibt nun statt des üblichen Mundpflegesets ein "aromatisches"
Mundpflegeset, welches aus einem Mundwasser, einem Mundpflegeöl und
einem Lippenbalsam besteht.
Sofern ein Patient Bestandteile dieses Standard-Mundpflegesets nicht mag, bekommt er ein
auf seine persönlichen Bedürfnisse genau abgestimmtes Pflegeset zur Verfügung
gestellt.
Das Standardmundpflegeset steht immer auf dem Aroma-Wagen
der Palliativstation und kann somit von allen Kollegen jederzeit genutzt
werden. Genaue Angaben über das Verfalldatum und das Mischungsverhältnis der
einzelnen Zusammensetzungen werden auf den Behältnissen dokumentiert.
Das Mundwasser besteht aus:
1000 ml
Mineralwasser ohne Kohlensäure
1 ml Alkohol 95 %
2 Tropfen Kardamon (Elletaria cardamomum)
2 Tropfen Fenchel (Foeniculum vulglare)
2 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)
Das Mund Öl enthält:
100 ml Olivenöl
mild
5 Tropfen Kardamon (Elletaria cardamomum)
5 Tropfen Fenchel (Foeniculum vulglare)
3 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)
Das Lippenbalsam wird gefertigt aus:
250g Sheabutter
250g Kokosöl
60g Mandelöl
10g Sanddornfruchtfleischöl
10g Vitamin E
15 Tropfen Lavendel
fein (Lavandula angustifolia)
15 Tropfen Benzoe
siam (Styrax benzoe)
Fallbeispiel:
Frau M., 31 jährige Patientin mit B-Zell-Lymphom,
Zustand nach Chemotherapie
Beschreibung des
vorgefundenen Zustandes:
Die Patientin klagte über eine stark abgelöste
Mundschleimhaut mit Aphtenbildung im gesamten Mundbereich. Das Essen und
Trinken fiel ihr sehr schwer und war immer schmerzhaft. Sie mochte gerne viel
trinken, konnte es aber in diesem Zustand nicht.
Durchgeführte
Aromapflege:
Zu Beginn wurde das Sanddornfruchtfleisch-Öl pur für den
ganzen Mundbereich verwendet, mehrmals täglich hielten wir für sinnvoll. Nach
einem Tag wurde es dann langsam besser, so dass wir mit der Mischung begonnen
haben nur spezielle Stellen (Aphten) mit dem Sanddornfruchtfleisch-Öl zu
benetzen.
Ergebnis:
Nach 5 Tagen erzielten wir einen guten Erfolg, sodass selbst
die Patientin sehr überrascht war. Sie wollte jetzt die Mundpflegemischung prophylaktisch
nutzen. Frau M. begann immer einen Tag vor der Chemotherapie und wir konnten
feststellen, dass es zu einem Rückgang der Aphten kam. Ebenfalls gingen die Mundschleimablösungen
zurück. Am Ende ihres Lebens mochte Sie auch gerne das Mundwasser in der
Sprühflasche zum Befeuchten. Das Wohlbefinden und das Trinkverhalten der
Patientin verbesserte sich sehr, die Lebensqualität stieg dadurch.
Verwendete Tinktur:
9 ml Olivenöl mild
1 ml
Sanddornfruchtfleisch Öl
1 Tropfen Niauli (Melaleuca viridiflora)
1 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium)
Ätherische Öle bei demenziell Erkrankten - Facharbeitsauszug von Liane Hehl
Heute darf ich Euch die dritte Facharbeit vorstellen. Diese wurde von Liane bei mir abgegeben.
Liane kenne ich schon aus den Anfangsjahren meiner Dozententätigkeit, also schon viele Jahre. Sie hat eines meiner ersten Seminare beim DRK-Landesverband, für den ich seit 10 Jahren die Aromapflegeseminare gebe, teilgenommen.
Liane arbeitet in einer Pflegeeinrichtung im Westerwald als Bereichsleitung in der sozialen Betreuung.
"Der Wohnbereich III ist im
Jahr 2005 im Rahmen eines Projektes des
medizinischen Dienstes der Krankenkassen in Alzey (MDK) mit dem Titel
„Verbesserung und Optimierung von demenzkranken Menschen in stationären
Einrichtungen“ in eine segregative Demenzgruppe umfunktioniert worden. Dieses
Projekt lief zweieinhalb Jahre und wurde ohne finanzielle Unterstützung aber
mit Lernmodulen und bei Besuchen des MDK in unserer Einrichtung durchgeführten
Testverfahren, z.B. DCM, Demenzdiagnostiktest begleitet.
Der Wohnbereich bietet Platz
für 18 dementiell erkrankte Menschen. Hier wird besonderes Augenmerk auf die
ganzheitliche Begleitung der hier lebenden Menschen gelegt. Es wurde ein
besonderes Konzept erarbeitet, nach dem überwiegend gearbeitet wird.
Die Umstände sind leider oft
schwierig und sorgen dafür, dass man nicht immer zufrieden ist, mit dem, was
man gemacht hat.
Liane hat in einem Teil Ihrer Facharbeit eine tolle Duftreise für eine schwerst erkrankte Bewohnerin beschrieben:
Das
erste wirklich prägnante Erlebnis hatte ich mit einer Bewohnerin, Frau G., im
Juli 2008.
Frau
G. lebte schon seit fünf Jahren in unserer Einrichtung. Sie litt an einer
schweren Demenz.
Wir
beurteilten die dementielle Veränderung auf einer Skala von 1 bis 7. Frau G.
war bei 6-7 einzustufen, also einer schweren Demenz, die dann auch starke
Aus–wirkungen auf das Essverhalten hat. Dies war auch bei Frau G. der Fall. Das
Es–sen wurde zu einem großen Problem. Frau G. nahm extrem ab, wollte nicht mehr
aufstehen, der Körper zog sich im Bett immer mehr zusammen und nahm immer
stärker die sog. „Embryonalhaltung“ an.
Für
die Pflegekräfte wurde es fast unmöglich an Frau G. „heran zu kommen“. Alle
pflegerischen Tätigkeiten wurden zu einem Kraftakt.
Waschen,
windeln, Essen anreichen, lagern, alles artete in Stress aus. Ganz zu schweigen
davon, wie sich Frau G. gefühlt haben muss. Sie gab Töne von sich, wenn man
sich ihr auch nur anzunähern versuchte oder versuchte sie aus ihrer Haltung
heraus zu holen, dass man dachte, man bringt sie um. Die Schreie waren im
ganzen Haus zu hören. Einige Pflegekräfte waren diesen Umständen nicht mehr
gewachsen und baten darum, nicht mehr zu Frau G. gehen zu müssen.
Viele
Tränen flossen, die Verzweiflung war groß.
Zu
dieser Zeit, im Februar 2006, hatte ich mein „Basisseminar “ und im September
2006 mein Aufbauseminar absolviert.
Frau
G. kam mit einer schon erheblichen Demenz in unsere Einrichtung. Sie hatte
keine lebenden Angehörigen, nur eine gesetzliche Betreuerin, die nicht viel von
Frau G.s Leben wusste. So war es sehr schwierig, eine Biografie zu erstellen.
Wir erkundigten uns beim Hausarzt, der zum Glück einige in unserer Einrichtung
lebenden Menschen seit langem betreute. Er konnte einige wichtige
Informationen geben, ohne seine Schweigepflicht zu verletzen. Er bestätigte,
was wir schon herausgefunden hatten: Frau G. war sehr gläubig und das Gebet
und kirchliche Lieder waren immer ein guter Schlüssel zu ihr. Wir fanden auch
ohne vollständige Biografie einen guten Zugang zu Frau G.. Sie war mehr als 3 ½
Jahre sehr gut in die Gemeinschaft der Bewohner integriert, kam regelmäßig zur Gymnastik
und nahm auch an vielen Veranstaltungen teil, obwohl das nicht immer einfach
war, da sie durch ständiges Dazwischenreden und Beten störte und somit den
Mitbewohner/innen eine hohe Akzeptanz abverlangte, was aber relativ gut
funktionierte.
Nachdem
die Krankheit gut 3 ½ Jahre mehr oder weniger stagnierte, verschlech–terte ihr
Zustand sich zusehends. Die körperlichen Symptome waren jetzt auch stärker
ausgeprägt. Frau G. saß schon immer überwiegend im Rollstuhl – eine
Oberschenkelhalsfraktur, nach der sie nie wieder alleine laufen konnte, war
dafür verantwortlich. Jetzt kam hinzu, dass es aufgrund ihrer körperlichen
Konstitution, insbesondere des schlechten Zustands ihres Kreislaufs, oft nicht
möglich war, sie den ganzen Tag zu mobilisieren. Oft bewegte sie sich gar nicht
mehr im Rollstuhl und schlief die überwiegende Zeit, was dazu führte, dass das
Gesäß nach der Mobilisation stark gerötet war und das Dekubitusrisiko stieg.
Die gesamte Kör–perhaltung verschlechterte sich: Der Kopf hing herunter, Nacken
und Rücken krümmten sich, es bestand die Gefahr einer Kontraktur.
Das
Anreichen des Essens, besonders im Demenzbereich, gehört zu meinen täglichen
Aufgaben und wurde zu diesem Zeitpunkt zu einem großen Problem: Nach einem
Löffel nahm Frau G. immer wieder den Kopf herunter und stützte ihn in ihre
Hände. Damit fing das Zusammenziehen an und wurde auch zu einem technischen
Problem. Nach jedem Löffel musste Frau G. aufgefordert werden, den Kopf
hochzuheben. Dieses Problem entstand täglich sechs- bis siebenmal, ebenso beim
Trinken. Zu diesem Zeitpunkt fing es auch an, dass Frau G. sich im Bett am
liebsten auf die linke Seite drehte und sich immer mehr zusammenzog.
Frau
G. war eine Bewohnerin, die bis zu diesem Zeitpunkt sehr gern Körperkontakt
hatte. Sie genoss es immer, angefasst und in den Arm genommen zu werden, was
die ganzheitliche Betreuung erleichterte.
Im
Rahmen der Einzelbetreuung war Frau G. schon immer eine Bewohnerin, bei der ich
regelmäßig mit ätherischen Ölen gearbeitet hatte und die das auch immer sehr
genießen konnte.
In
der Einzelbetreuung der Bewohner gehen wir auf die Bedürfnisse der Menschen
ein und machen unterschiedliche Angebote, hierzu gehört auch das sog.
„Snoezelen“. Snoezelen kommt aus dem Niederländischen und bedeutet „snüffelen
und döselen“ (schnüffeln und dösen) und ist gerade für demenzkranke Bewohner
eine wundervolle Art der Stimulation und Entspannung. In unserem Haus gibt es
im Wohnbereich III einen Snoezelraum mit einem zwei x zwei Meter großen
Wasserbett und verschiedenen Möglichkeiten zur Stimulation der Wahrnehmungsbereiche,
z. B. Licht, Musik, Farben und Düfte.
Das
Snoezeln gehörte bei Frau G., wie bei vielen anderen Demenzkranken, zum festen
Bestandteil der Einzelbetreuung.
Für
Bewohner/innen, die den Snoezelraum nicht aufsuchen konnten, baute unser
Hausmeister auf meine Veranlassung einen mobilen Snoezelwagen.
So
konnte auch Frau G., für die es im letzten Jahr nicht mehr möglich war, ohne
Angst in das Wasserbett gelegt zu werden (jedes Lagern machte ihr Angst), mit
dem mobilen Snoezelwagen zweimal wöchentlich, in der akuten Phase sogar
täglich, in ihrem Zimmer von mir betreut werden.
An
Rundbögen waren zarte, bunte Chiffontücher angebracht. Diese beduftete ich mit
einem Hauch Neroli- Öl (1 Tr. auf ein Tuch und 2 Sprüher Orangenblüten–wasser).
( Diese Idee brachte ich aus meinem Basisseminar mit. Dort wurde die Geschichte
der Düfte behandelt und es hieß, Cleopatra habe die Segel ihres Schiffs in
Neroli-Öl getaucht, um Mark Antonius zu betören. Der Duft sollte durch die Luft
seine Liebe zu ihr wecken.) Ich erzählte Frau G. diese Geschichte und sie
lächelte liebe- und verständnisvoll. Sie genoss es offensichtlich, diesen Duft
zu riechen.
Der
Einsatz des Neroli-Öls wirkte in Frau G.s Fall, wie beabsichtigt, Angst mindernd
und Vertrauen schaffend.
Ich
betreute Frau G. zweimal wöchentlich, in der akuten Phase nahezu täglich.
Ich
nahm den Snoezelwagen mit in ihr Zimmer, schloss die Wassersäule und den
Projektor an, beduftete das Tuch, somit den Raum, mit Neroli-Öl und legte eine
Kassette mit Entspannungsmusik ein. Einmal wöchentlich las ich ihr die
Ge–schichte vom „Duft der Orangen“ vor und wir unternahmen eine Duftreise.
Die
Duftreise spielte sich wie folgt ab:
Zur
Vorbereitung brachte ich zwei lange Stillkissen mit, die Frau G.s Lagerung
erleichtern sollten. Zur Begleitung unserer Phantasiereise benutzte ich die Aromalampe
in Orange (Primavera) mit 1 Tr. Neroli-Öl. Frau G.s Zimmer war ca. 20 qm groß.
Die Lampe machte ich schon zu Beginn meiner Vorbereitungen an, damit das
Wasser sich erwärmen und der Duft sich langsam entfalten konnte.
Frau
G. bereitete ich auf unsere Reise vor. Sie kannte den „Platz auf dem Hügel“.
Die Reise dorthin hatten wir schon häufig gemacht.
Ich
sprach Frau G. an und sagte:
„Frau G., haben Sie ein wenig Zeit für
mich? Haben Sie Lust auf einen Spaziergang, eine kleine Reise?“
Frau
G. lächelte und sagte klar und deutlich: „Gerne“.
Frau
G. lag auf der linken Körperseite – ihrer Lieblingsseite – sie hatte den Kopf
und die Knie stark zusammengezogen. Ich ließ sie in der Position, stand hinter
ihr und legte die Stillkissen zurecht. Ich fragte:
„Können wir losgehen?“
Frau
G. antwortete: „Mmh“.
Ich
sprühte einen Sprüher Orangenblütenhydrolat in die Nähe ihres Kopfes.
„Wir gehen zu unserer Sonneninsel und
sehen dort einen großen Orangenhain. Wir laufen unter den Orangenbäumen.
Zwischen den grünen, wie gelackten Blät–tern hängen die Orangen wie kleine
Lampions. Dazwischen blühen unzählige weiße Blüten, die einen süßen Duft
verströmen.“
Ich
gab 1 Tr. Ylang Ylang auf eine von mir gefilzte weiße Blüte und verwedelte
mehrfach den Duft oberhalb ihres Kopfes. Ich legte die Blüte oberhalb des
Bettes ab, so dass sie den Duft im Hintergrund noch riechen konnte.
„Unter den duftenden Bäumen läufst Du
zu einem kleinen Hügel. Dort angekom–men, genießt Du die weite Sicht. Dein
Blick ist grenzenlos, und diese Weite fühlst Du auch in dir.“
Ich
fing an, Frau G. zu berühren, ganz sanft über der Bettdecke. Sie tolerierte die
Berührung. Ich streichelte ihr über den rechten Arm, weiter über ihre Hüfte, Becken,
Oberschenkel, Knie, Wade bis hin zu den Füßen (rechts und links), dort hielt
ich mich auf, denn wir gingen ja. Dann begann ich, ihre Füße über der Bettdecke
zu massieren und die Fußsohlen zu stimulieren. Langsam ging ich wieder in
derselben Reihenfolge zurück zum Kopf.
„Von fern schimmert azurblau das Meer.
Die Sonne scheint. Du fühlst ihre angenehme Wärme.“
Ich
gab 1 Tr. Orange und 1 Tr. Benzoe auf eine gelbe Filzblüte. Der Duft wurde mit
der ölgetränkten Blüte oberhalb des Kopfes gewedelt.
„Ein sanfter Wind weht über deine
Stirn.“
Mit
den ölgetränkten Blüten wedele ich wiederum oberhalb des Kopfes.
„Du sitzt unter einem Orangenbaum und
lehnst dich an seinen Stamm. Du fühlst mit dem Rücken die Rinde des Stammes.“
Ich
fing an, Frau G.s Rücken zu massieren, ging unter die Bettdecke, erst über dem
Nachthemd, dann darunter. Ich benutzte dabei eine Mischung aus 10 ml Johanniskrautöl
und 1Tr. Sandelholz(Santalum album)
Frau
G. entspannte sich unter der leichten Massage des Rückens völlig.
„Wir spüren die warme Rinde.“
Langsam
konnte ich beginnen, Frau G. in die Rückenlage zu bringen. Meine rechte Hand
behielt den Kontakt zum Rücken, mit der linken drehte ich Frau G. sanft und
ohne Gewalt in die Rückenlage. Nun zog ich langsam meine rechte Hand heraus und
holte die Stillkissen, die ich zuvor auf der Heizung angewärmt hatte und
lagerte sie rechts und links von Frau G. . Frau G. lag entspannt mit geschlossenen
Augen auf dem Rücken. Ihr Kopf war leicht nach links gebeugt, aber locker. Die
Beine waren angewinkelt. Mit einem ebenfalls angewärmten Lagerungskissen
stützte ich ihre Beine.
„In der Krone eines Baumes sitzt ein
Vogel und singt ein zauberhaftes Sommer–lied.“
Ich
pfiff leise.
„Du genießt die Ruhe, bist still und
friedlich. Unter dem Baum liegen reife Oran–gen. Du nimmst eine in deine Hände,
fühlst ihre Schale, riechst ihren Duft.“
Ich
legte einen orangefarbenen Filzball in Frau G.s Hände. Sie nahm ihn an, hielt
ihn fest und befühlte ihn.
„Du brichst die Orange auf und kostest
die reife, süße Frucht.“
Für
Duftreisen, aber auch für die Sterbebegleitung nutze ich eine besondere
Technik. Toffifee- Packungen sind von Größe und Form her gut geeignet, alle
möglichen Säfte, Cola oder auch etwas Deftiges einzufrieren. Diesen gefrorenen
„Bonbon“ kann man dann in eine Mullkompresse geben und in eine Wangentasche
legen. Die Mullkompresse verhindert das unmittelbare Verschlucken, indem man
die Kompresse von außen festhält. Der Inhalt schmilzt langsam, und der Geschmack ist da.
Für
Frau G. hatte ich frisch gepressten Orangensaft eingefroren und den gab ich ihr
jetzt.
„Kühl rinnt dir der Saft die Kehle
hinab, mmh...! Durch die Äste der Bäume rauscht der Wind.“
1
Tr. Benzoe siam, 1 Tr. Ylang Ylang und 1 Tr. Orangenschalenöl waren auf die
Blüten geträufelt zusammen der Wind, den ich Frau G. oberhalb des Kopfes
zuwedelte.
„Du fühlst dich wohl und träumst ein
wenig weiter.“
Frau
G. hatte die Augen geöffnet, den Ball
hielt sie in den Händen, sie war weit weg und entspannt. Die Beine waren
locker, der Kopf neigte sich nicht nach links.
„Ich bin entspannt und genieße den
herrlichen Duft.“
Die
Duftreise war nach ca. 25 Minuten vorbei. Wir machten sie einmal wöchentlich.
Nach
den Duftreisen war zu spüren, dass Frau G. darauf positiv reagierte. Sie wirkte
und war auch tatsächlich entspannter. Die Körperspannung lockerte sich.
Des
Weiteren bekam Frau G. einmal täglich 1Tr. Grapefruitschalenöl Vegaroma(Citrus paradisi)
auf 1 l Mineralwasser.
Grapefruit
wirkt u. a. anregend, aufheiternd und stimmungsaufhellend. Es schmeckt in
Wasser gemischt sehr gut und erfrischend. Vor einer Mahlzeit weckt
Grapefruitschalenöl den Appetit und schafft gute Laune beim Essen (auch in der
Duftlampe anwendbar).
Im
Juli 2008 verschlechterte sich Frau G.s Zustand nochmals. Essen war kaum noch
möglich. Das Legen einer PEG-Sonde stand schon im Raum. Die gesetzliche
Betreuerin war mehrmals zum Gespräch da. Wir hatten eine gute Beziehung und
konnten uns gut unterhalten. Ich schlug vor, mit der Sonde noch etwas zu
warten. Ich hatte das Gefühl, auf anderem Wege noch etwas bewirken und Frau G.s
Leben noch etwas lebenswerter erhalten zu können.
Am
24.06.2008 hatte ich ein längeres Telefonat mit meiner Aromaexpertin. Wir
hatten wegen Frau G. vorab schon zweimal telefoniert. Sie schickte mir ein Fax
mit einem Rezept:
50
ml Basisöl, 3 Tr. Grapefruit, 2 Tr. Mandarine, 3 Tr. Tonka
(Körperöl,
Appetit fördernd, auch zur Armmassage)
Täglich
wurden 3 Tr. dieser Mischung in die Duftlampe gegeben. Es wurde ein Plan erstellt,
was wann angewendet werden sollte.
Außerdem
fand ein Gespräch mit den Pflegekräften statt und es wurde verein–bart, dass
sie 1Tr. Bergamotte auf ihre Kittelkragen aufträufeln sollten.
Zusammenfassung
der bei Frau G. angewandten Rezepturen
- Besinnliche Bibelstunde (ab 2006 1 x wöchentlich bis Mai 2008)
2
Tr. Weihrauch (Boswellia sacra) Duftlampe
1
Tr. Rose türkisch 10% 3
Tr. auf 20 qm
1
Tr. Bergamotte (Citrus aurantium ssp. bergamia)
Überlegung:
Weihrauch
wirkt nervenstärkend, beruhigend, antidepressiv.
Biografieorientiert:
Kirche = Erinnerung
Rosenöle
sind etwas besonderes,sie sind mit schätzungsweise 400-500 Inhaltsstoffen,es
ist bis heute noch nicht gelungen alle Inhaltsstoffe zu identifizieren bzw. zu
benennen, in der Lage sich den augenblicklichen Bedürfnissen des Menschen
anzupassen,bist du erschöpft regt sie an,bist du nervös beruhigt man sich.
Bergamotte
gilt als Öl zum Glücklichsein, ist ein starkes Antidepressivum und wirkt
angstmildernd.
- Dekubitusprophylaxeöl (ab 2006)
50
ml Olivenöl
-
15 Tr. Lavendel extra (Lavandula angustifolia/vera)
Einreiben
von geröteten, gefährdeten Hautstellen
Überlegung:
Lavendel
extra wirkt epithelisierend, antimykotisch, zellregenerierend, rundum heilend
besonders bei Rötung, gute Verträglichkeit.
- „Schutzöl“ Personal (ab Juni 2008) Kittel o. ä., nicht
1
Tr. Bergamotte (Citrus aurantium ssp. bergamia) auf
die Haut, evtl.
Mullläppchen
oder
Taschentuch
Überlegung:
Bergamotte
wirkt beruhigend, krampflösend, aufbauend und psychisch ausgleichend, Angst
mindernd bzw. lösend.
- Appetitmangel (tgl. ab Juni 2008)
Tgl.
1 Tr. Grapefruit (Citrus paradisi) auf
1l Mineral-
Wasser
zum Trinken
Überlegung:
Grapefruit
wirkt vor allem appetitanregend
- Körperöl „Appetit fördernd“ (Armmassage 2 x tgl., Duftlampe 1 x tgl. ½ Stunde vor
- der Essenszeit ab Juli 2008)
50
ml Basisöl
3 Tr. Grapefruit
2 Tr. Mandarine rot
3 Tr. Tonkaextrakt
ohne Basisöl auch für die Duftlampe geeignet
3 Tr. Grapefruit
2 Tr. Mandarine rot
3 Tr. Tonkaextrakt
ohne Basisöl auch für die Duftlampe geeignet
Überlegung:
Grapefruit
wirkt appetitanregend,
Mandarine
regt den Gallenfluss an, durch den Anteil von Anthranilsäure- Ester ist es sehr
entspannend und muskellockernd, mindert nervöse Anspannung, bewirkt gute
Stimmung, macht heiter und fröhlich.
Tonka
hat einen süßen, marzipanähnlichen warmen weichen Duft der dem des Vanilleöls
ähnelt, hüllt ein macht warm um Herz und Gemüt.
50 ml Basisöl (Johanniskraut – Mazerat – Rotöl – Hypericum perforatum)
3 Tr. Zeder (Zedrus atlantica)
2 Tr. Angelikawurzel (Angelica archangelica)
3 Tr. Melisse (Melissa officinalis)
2 Tr. Grapefruit (Citrus paradisi)
Acht-Klassarbeit meiner Nichte Jule
Jule hat sich für das Thema "Naturkosmetik" entschieden und schon viele Ideen und Pläne für die Ausarbeitung geschmiedet.
Zuerst informierte sie sich darüber, was denn der Begriff Naturkosmetik überhaupt bedeutet (Auszug aus der Facharbeit):
Einleitung
Wie ich auf mein Thema kam:
Da ich zur Zeit selber viel Kosmetik benutze und es mich interessiert, was für Pflanzen meine Kosmetik enthält, habe ich mich entschieden das Thema Pflanzenkosmetik zu nehmen.
Doch anfangs dachte ich, Naturkosmetik sei das gleiche wie Pflanzenkosmetik, doch es gibt Unterschiede.
Der Begriff Naturkosmetik ist in Deutschland nicht geschützt, d.h. eigentlich kann jeder Hersteller seine Kosmetik als Naturkosmetik bezeichnen, obwohl dort Stoffe enthalten sind, die laut dem Naturkosmetikverband dort nicht hineingehören.
Diese oft chemischen Stoffe können Krankheiten verursachen.
Der BDHI-Standard (Bund-Deutscher-Naturkosmetik), fordert folgende Kriterien:
1. Pflanzliche Rohstoffe
Pflanzliche Rohstoffe müssen aus zertifiziertem, ökologischem Ausgangsmaterial stammen, soweit sie aus Pflanzen bestehen oder gewonnen wurden. Verbindlich sind diesbezüglich die in Anlage 1 enthaltenen Definitionen und Einschränkungen.
Zertifizierung bedeutet, dass nachgewiesen und bescheinigt wird, dass die Rohstoffe ohne Gift angebaut und gelagert werden.
2. Tierische Rohstoffe und Tierschutz
Tierische Rohstoffe
Der Einsatz von Stoffen, die von Tieren produziert werden (z.B. Milch, Honig), ist gestattet. Der Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) ist nicht gestattet.
Tierversuche und Endprodukte
Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte dürfen Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden.
Tierversuche und Rohstoffe
Rohstoffe, die vor dem 01.01.1998 noch nicht im Markt vorhanden waren, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht im Tierversuch getestet worden sind. Außer Betracht bleiben hierbei Tierversuche, die durch Dritte durchgeführt wurden, die weder im Auftrag noch auf Veranlassung des Auftraggebers gehandelt haben, noch mit diesen gesellschaftsrechtlich verbunden sind.
2
3. Mineralische Rohstoffe
Der
Einsatz anorganischer und mineralischer Salze, Säuren und Laugen (z.B.
Magnesiumsulfat, Natriumchlorid) ist grundsätzlich gestattet.
(Ausnahmen siehe Punkt 5)
4. Erlaubte Herstellungsprozesse
Für die Herstellung von Naturkosmetika sind neben physikalischen Verfahren einschließlich der Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen sowie hieraus gewonnenem Glycerin auch enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen.
Daneben dürfen Stoffe aus Naturstoffen wie Fette, Öle und Wachse, Zucker, Stärke, Cellulose, Eiweiße, Polysaccharide, Vitamine mittels Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung oder sonstigen Spaltungen und Kondensationen gewonnen werden.
5. Nicht erlaubte Stoffe
Stoffe aus den folgenden Stoffgruppen dürfen nicht verwendet werden: – organisch-synthetische Farbstoffe
– synthetische Duftstoffe
– ethoxilierte Rohstoffe
– Silikone
– Paraffine und andere Erdölprodukte
6. Konservierung
Zum Zwecke des Verbraucherschutzes können erforderlichenfalls die folgenden naturidentischen Konservierungsmittel verwendet werden:
– Benzoesäure und ihre Salze
– Salicylsäure und ihre Salze
– Sorbinsäure und ihre Salze – Benzylalkohol
Beim Einsatz dieser Konservierungsstoffe ist der Zusatz:"Konserviert mit ... [Name des Konservierungsstoffes]" erforderlich.
7. Riechstoffe
Zugelassen sind natürliche Riechstoffe, die der ISO Norm 9235 entsprechen. Außerdem können biotechnologisch gewonnene Riechstoffe verwendet werden.
8. Radioaktive Bestrahlung
Die Behandlung von pflanzlichen und tierischen Rohstoffen und der Endprodukte mit ionisierenden Strahlen ist nicht zulässig.
4. Erlaubte Herstellungsprozesse
Für die Herstellung von Naturkosmetika sind neben physikalischen Verfahren einschließlich der Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen sowie hieraus gewonnenem Glycerin auch enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen.
Daneben dürfen Stoffe aus Naturstoffen wie Fette, Öle und Wachse, Zucker, Stärke, Cellulose, Eiweiße, Polysaccharide, Vitamine mittels Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung oder sonstigen Spaltungen und Kondensationen gewonnen werden.
5. Nicht erlaubte Stoffe
Stoffe aus den folgenden Stoffgruppen dürfen nicht verwendet werden: – organisch-synthetische Farbstoffe
– synthetische Duftstoffe
– ethoxilierte Rohstoffe
– Silikone
– Paraffine und andere Erdölprodukte
6. Konservierung
Zum Zwecke des Verbraucherschutzes können erforderlichenfalls die folgenden naturidentischen Konservierungsmittel verwendet werden:
– Benzoesäure und ihre Salze
– Salicylsäure und ihre Salze
– Sorbinsäure und ihre Salze – Benzylalkohol
Beim Einsatz dieser Konservierungsstoffe ist der Zusatz:"Konserviert mit ... [Name des Konservierungsstoffes]" erforderlich.
7. Riechstoffe
Zugelassen sind natürliche Riechstoffe, die der ISO Norm 9235 entsprechen. Außerdem können biotechnologisch gewonnene Riechstoffe verwendet werden.
8. Radioaktive Bestrahlung
Die Behandlung von pflanzlichen und tierischen Rohstoffen und der Endprodukte mit ionisierenden Strahlen ist nicht zulässig.
Nun war sie schon ein wenig erstaunt, denn dass die Richtlinien so streng oder sogar bei anderen Labels wie Natrue zum Teil noch strenger sind, hätte sie nicht vermutet. Ihr Ergeiz war geweckt und sie entschied sich nun eine kleine Kosmetikserie für sich und Ihre Familie zu entwickeln. Jule überlegte welche Kosmetik in Ihrer Familie benötigt werden könnte, da sie und ihr ein Jahr älterer Bruder mit den üblichen pupertären Hautproblemen zu kämpfen hatten, war klar eine Serie für Teenager musste her. Dann war da noch der ganz kleine Bruder (2 Jahre), der im Entdecker-Alter kleiner Stürze erlitt und deshalb bestimmt mit einem Wundbalsam gut versorgt wäre. Auch die Mama meldete Bedarf an und so entstand eine richtige Kosmetikserie:
- Ringelblume Creme für empfindliche Haut
- Johanniskraut-Ringelblumen Wund-und Heilsalbe
- Lavendel Insektenstich-Roll On
- Melissen Creme für trockene und spröde Haut
- Creme für fette und unreine Haut
- Lavendel Nachtcreme
- Pflegeserie für Teenager mit einem Gesichtswasser und einem Anti-Pickel Roll On auf Salbei Basis.
- stimmungsaufhellendes Johanniskraut Massageöl für die dunkle Jahreszeit, welches sie Lichtblick nennen möchte
Melisse, Lavendel, Ringelblume und Salbei wurden ausgesät bzw. vermehrt. Johanniskraut gibt es in den dörflichen Wiesen in ihrer Umgebung genügend.
Auszug aus der Facharbeit:
Um Öle und Tinkturen welche die Basis für alle Rezepturen bilden, herzustellen, musste ich wie folgt vorgehen:
Bei der Herstellung des Ölauszugs habe ich die Pflanzen zerkleinert und in saubere Glasgefäße gefüllt, die ich vorher auskochen musste, um sie keimfrei zu machen. Dann füllte ich die Gläser mit den entsprechenden Pflanzen und stampfte sie leicht auf den Glasboden, nun kam das Sonnenblumenöl hinzu, wobei ich darauf achten musste, dass alle Pflanzenteile von Öl bedeckt waren, da sonst eine Koservierung nicht gelingt.
Dies habe ich ca. 14 - 28 Tage, je nach Sorte, in der Sonne stehen lassen.
Nach dieser Zeit nahm ich ein sauberes Glas und einen Kaffeefilter und goss das Öl durch den Filter in das Glas, nun war mein Öl fertig.
Zur Herstellung der Tinkturen benötigte ich, die entsprechenden zerkleinerten Pflanzen, ein Glas und 70% igen Weingeist.
Auch hier mussten die Pflanzen zerkleinert werden, ich drückte sie auf den Glasboden und goss Alkohol darüber, bis alle Pflanzenteile bedeckt waren.
Dies ließ ich ca. 3 Wochen stehen und füllte es anschließend mit einem Kaffeefilter in ein anderes Glas.
Jule ruhte sich nun aber nicht einfach aus, sie fragte mich ob sie ein Basisseminar über Aromapflege bei mir besuchen kann. Tatsächlich bot sich dann im Juli 2011 die Gelegenheit dazu und Jule lernte im Seminar viel über die ätherischen Öle, ihren Gewinnung, die Qualität und die Einsatzmöglichkeiten. Ausserdem besuchte sie mit mir und den anderen Teilnehmerinnen den großen Heil- und Arzneikräutergarten von Apotheker Dr. Potemba in Türkismühle.
Im Herbst dann war es soweit und Jule begann mit der Herstellung Ihrer Kosmetikserie.
Die Zutaten müssen abgewogen und gemessen werden
Die Sheabutter muss schonend bei höchstens 35 ° C im Wasserbad geschmolzen werden
Nun wird die Sheabutter schön cremig mit dem Rührgerät geschlagen
Nachdem die ätherischen Öle und das Basisöl in die Sheabutter eingerührt wurde, kann sie in saubere Tiegel abgefüllt werden
Anti-Pickel Roll-on
Zu jeder Creme haben wir eine kleine Probe mit abgefüllt
Auszug aus der Facharbeit:
Melissen Creme
Nun
konnte ich mit der Herstellung meiner Kosmetik beginnen, ich begann mit
einer Melissen Creme (gegen trockene und spröde Haut).
Dazu brauchte ich meinen Melissen Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Melissen- und Rosengeranien Öl. Da Hygiene bei der Herstellung der Kosmetik eine große Rolle spielt achtete ich sehr auf sauberes arbeiten. Zu erst musste ich die Sheabutter in einem Wasserbad in ca. 35°C schmelzen. Sheabutter sollte nicht heißer werden, da sie sonst später stark krümelt.
Nun füllte ich 10 ml Melissenölauszug und 40 g Sheabutter in einen Messbecher und verrührte dies sorgfältig. Danach tropfte ich je 2 Tropfen ätherisches Melissen- und Rosengeranien Öl hinzu, dies verrührte ich nochmals und füllte alles in eine Cremedose.
Dazu brauchte ich meinen Melissen Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Melissen- und Rosengeranien Öl. Da Hygiene bei der Herstellung der Kosmetik eine große Rolle spielt achtete ich sehr auf sauberes arbeiten. Zu erst musste ich die Sheabutter in einem Wasserbad in ca. 35°C schmelzen. Sheabutter sollte nicht heißer werden, da sie sonst später stark krümelt.
Nun füllte ich 10 ml Melissenölauszug und 40 g Sheabutter in einen Messbecher und verrührte dies sorgfältig. Danach tropfte ich je 2 Tropfen ätherisches Melissen- und Rosengeranien Öl hinzu, dies verrührte ich nochmals und füllte alles in eine Cremedose.
Lavendel Creme
Um
eine Lavendel Creme (Nachtcreme für müde Haut) zu mischen brauchte
ich meinen Lavendel Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Lavendel fein,
Mandarine rot und Melissen Öl.
Da die Sheabutter noch flüssig war konnte ich sie direkt verarbeiten stellten sie aber danach wieder in warmes Wasser, ich schlugen sie nochmals um sicher zu gehen das sie nicht klumpig war, dann füllte ich 10 ml Lavendel Ölauszug und 40 g Sheabutter in einen Messbecher und rührte dies sorgfältig durch.
Da die Sheabutter noch flüssig war konnte ich sie direkt verarbeiten stellten sie aber danach wieder in warmes Wasser, ich schlugen sie nochmals um sicher zu gehen das sie nicht klumpig war, dann füllte ich 10 ml Lavendel Ölauszug und 40 g Sheabutter in einen Messbecher und rührte dies sorgfältig durch.
Ringelblumen Creme
Für die Ringelblumen Creme (gegen empfindliche Haut) brauchte ich meinen Ringelblumen Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Rosenöl 10%, ätherisches Neroliöl (Orangeblütenöl) 10% und Irisöl 1%. Da ich die Sheabutter in warmes Wasser gestellt habe, konnte ich sie wider direkt verarbeiten.
Nun gab ich 10 ml Ringelblumen Ölauszug und 40 g Sheabutter in einen Messbecher und verrührte dies.
Dazu kamen noch 2 Tropfen ätherisches Rosenöl 10%, 2 Tropfen ätherisches Neroliöl 10% und 2 Tropfen ätherisches Irisöl 1%.
Nachdem ich die vermischt hatte füllte ich alles in Cremedosen.
Johanniskraut-Ringelblumen Salbe
Zur Herstellung der Johanniskraut-Ringelblumen Salbe (Wund-und Heilsalbe), benötigte ich meinen Johanniskraut- und Ringelblumen Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Lavendelöl fein, ätherisches Teebaumöl, ätherisches Rosenöl und ätherisches Kamillenöl blau.
Erst verrührte ich 30 g Sheabutter mit 10 ml Johanniskraut Ölauszug und 10 ml Ringelblumen Ölauszug als alles vermischt war kamen noch 4 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein, 2 Tropfen ätherisches Teebaumöl, 2 Tropfen ätherisches Rosenöl und 1 Tropfen Kamillenöl blau dazu.
Dies füllte ich in eine Cremedose.
Salbei Creme
Zur Herstellung der Salbei Creme (gegen fette und unreine Haut), benötigte ich meinen Salbei Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Teebaum Lavendel fein und Salbei Öle.
Als erstes stellten wir die Sheabutter in das Wasserbad damit sie nicht hart wird, nun füllte ich 10 ml des Ölauszuges in den Messbecher und fügten 40 g Sheabutter hinzu, dies vermischte ich sorgfältig und rührten 2 Tropfen ätherisches Teebaumöl, 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl, fein und 1 Tropfen ätherisches Salbeiöl (kleinblättrig= ketonarm) unter.
Für die Ringelblumen Creme (gegen empfindliche Haut) brauchte ich meinen Ringelblumen Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Rosenöl 10%, ätherisches Neroliöl (Orangeblütenöl) 10% und Irisöl 1%. Da ich die Sheabutter in warmes Wasser gestellt habe, konnte ich sie wider direkt verarbeiten.
Nun gab ich 10 ml Ringelblumen Ölauszug und 40 g Sheabutter in einen Messbecher und verrührte dies.
Dazu kamen noch 2 Tropfen ätherisches Rosenöl 10%, 2 Tropfen ätherisches Neroliöl 10% und 2 Tropfen ätherisches Irisöl 1%.
Nachdem ich die vermischt hatte füllte ich alles in Cremedosen.
Johanniskraut-Ringelblumen Salbe
Zur Herstellung der Johanniskraut-Ringelblumen Salbe (Wund-und Heilsalbe), benötigte ich meinen Johanniskraut- und Ringelblumen Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Lavendelöl fein, ätherisches Teebaumöl, ätherisches Rosenöl und ätherisches Kamillenöl blau.
Erst verrührte ich 30 g Sheabutter mit 10 ml Johanniskraut Ölauszug und 10 ml Ringelblumen Ölauszug als alles vermischt war kamen noch 4 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein, 2 Tropfen ätherisches Teebaumöl, 2 Tropfen ätherisches Rosenöl und 1 Tropfen Kamillenöl blau dazu.
Dies füllte ich in eine Cremedose.
Salbei Creme
Zur Herstellung der Salbei Creme (gegen fette und unreine Haut), benötigte ich meinen Salbei Ölauszug, Sheabutter, ätherisches Teebaum Lavendel fein und Salbei Öle.
Als erstes stellten wir die Sheabutter in das Wasserbad damit sie nicht hart wird, nun füllte ich 10 ml des Ölauszuges in den Messbecher und fügten 40 g Sheabutter hinzu, dies vermischte ich sorgfältig und rührten 2 Tropfen ätherisches Teebaumöl, 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl, fein und 1 Tropfen ätherisches Salbeiöl (kleinblättrig= ketonarm) unter.
Melissen Insektenstich Roll-On
Um eine Melissen Insektenstich Roll-On herzustellen brauchte ich meine Melissen Tinktur, eine Roll-On Stift und ätherisches Lavendelöl fein.
Einen Melissen Insektenstich Roll-On herzustellen ist recht einfach, ich musste nur 10 ml Melissen Tinktur in den Roll-On Stift füllen und 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein hinzufügen.
Vor Gebrauch muss der Roll-On gut geschüttelt werden!
Zum
Abschluß ihrer Facharbeit musste Jule in der Schule vor großem Publikum
(Eltern, Lehrern, Mitschülern) einen Vortrag über ihre Arbeit halten.
Sie bereitete eine Powerpoint Präsentation vor, gestaltete eine
Präsentationstisch mit Ihrer Kosmetikserie und erklärte den Zuschauern
ihre Idee.Um eine Melissen Insektenstich Roll-On herzustellen brauchte ich meine Melissen Tinktur, eine Roll-On Stift und ätherisches Lavendelöl fein.
Einen Melissen Insektenstich Roll-On herzustellen ist recht einfach, ich musste nur 10 ml Melissen Tinktur in den Roll-On Stift füllen und 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein hinzufügen.
Vor Gebrauch muss der Roll-On gut geschüttelt werden!
Anti-Pickel Roll-On
Hierfür brauchte ich meine Salbei Tinktur, einen Roll-On Stift und ätherisches Teebaumöl, ätherisches Lavendelöl fein, ätherisches Rosengeranienöl und ätherisches Rosenöl 10%. Nun musste ich 10 ml Salbei Tinktur in den Roll-On Stift füllen und 3 Tropfen ätherisches Teebaumöl, 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein, ätherisches Rosengeranienöl und 1 Tropfen Rosenöl 10% hinzugeben.
Dies musste nur noch gut geschüttelt werden.
Vor Gebrauch muss der Roll-On Stift gut geschüttelt werden!
Johanniskraut Massageöl “Lichtblick“
Zur Herstellung eines Johanniskraut Massageöls (stimmungsaufhellend, beruhigend, ausgleichend) benötigte ich meinen Johanniskraut Ölauszug, eine dunkle 50 ml Flasche, ätherisches Bergamotteöl, ätherisches Neroliöl, ätherisches Lavendelöl fein und
ätherisches Petit Grain Öl.
Erst füllte ich die Flasche mit 50 ml Johanniskraut Ölauszug auf, nun kamen noch 4 Tropfen ätherisches Bergamottöl, 3 Tropfen ätherisches Neroliöl, 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein und 2 Tropfen ätherisches Petit Grain Öl hinzu.
Dies musste ich kräftig schütteln damit sich alles gut vermischt.
Jule hat zu den einzelnen Pflanzen, die sie angebaut hat eine Zeichnung erstellt:
Hierfür brauchte ich meine Salbei Tinktur, einen Roll-On Stift und ätherisches Teebaumöl, ätherisches Lavendelöl fein, ätherisches Rosengeranienöl und ätherisches Rosenöl 10%. Nun musste ich 10 ml Salbei Tinktur in den Roll-On Stift füllen und 3 Tropfen ätherisches Teebaumöl, 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein, ätherisches Rosengeranienöl und 1 Tropfen Rosenöl 10% hinzugeben.
Dies musste nur noch gut geschüttelt werden.
Vor Gebrauch muss der Roll-On Stift gut geschüttelt werden!
Johanniskraut Massageöl “Lichtblick“
Zur Herstellung eines Johanniskraut Massageöls (stimmungsaufhellend, beruhigend, ausgleichend) benötigte ich meinen Johanniskraut Ölauszug, eine dunkle 50 ml Flasche, ätherisches Bergamotteöl, ätherisches Neroliöl, ätherisches Lavendelöl fein und
ätherisches Petit Grain Öl.
Erst füllte ich die Flasche mit 50 ml Johanniskraut Ölauszug auf, nun kamen noch 4 Tropfen ätherisches Bergamottöl, 3 Tropfen ätherisches Neroliöl, 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein und 2 Tropfen ätherisches Petit Grain Öl hinzu.
Dies musste ich kräftig schütteln damit sich alles gut vermischt.
Pfefferminz-Salbei Feuchtigkeitsspray
Für
mein Pfefferminz-Salbei Feuchtigkeitsspray benötigte ich
Pfefferminzhydrolat (wirkt erfrischend und zusammenziehend),
Salbeitinktur, eine Sprühflasche, ätherisches Bergamotteöl,
ätherisches Sandelholzöl und ätherisches Lavendelöl fein.
Als erstes füllte ich 45 ml Pfefferminzhydrolat und 5 ml Salbeitinktur in die Sprühflasche, nun kamen noch 1 Tropfen ätherisches Bergamotteöl,1 Tropfen ätherisches Sandelholzöl und 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein hinzu.
Auch dies musste ich gut schütteln
Als erstes füllte ich 45 ml Pfefferminzhydrolat und 5 ml Salbeitinktur in die Sprühflasche, nun kamen noch 1 Tropfen ätherisches Bergamotteöl,1 Tropfen ätherisches Sandelholzöl und 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein hinzu.
Auch dies musste ich gut schütteln
Jule hat zu den einzelnen Pflanzen, die sie angebaut hat eine Zeichnung erstellt:
Der Vortrag war ein großer Erfolg!!!
Mittlerweile ist die Nachfrage in Jules Familie ziemlich groß, sogar der große Bruder hat mal so nebenbei nach dem "Stift für die Pickel" gefragt :-)))
Hallo,
AntwortenLöschenvielen vielen Dank für diese tolle Arbeiten!!!
Ich habe besonders das Rosenprojekt mit großem Interesse gelesen.
Gibt es die Bilder denn wirklich zu haben?
Ich hätte großes Interesse daran.
Nochmals vielen Dank für diese Inspirationen.
Jasmin