Samstag, 7. November 2009

Narde

Heute möchte ich ein Öl vorstellen, welches mich in meiner Ausbildung so begeistert hat, das ich es sogar monographiert habe für meine Prüfungsarbeit.


Narde

Nardostachys jatamansi


Die Narde wächst in den feuchten Tälern und Hängen des Himalaja in Höhen zwischen 3500 und 5500 Metern. Sie gehört zur Familie der Baldriangewächse, Valerianaceae.
Einzigartig an dieser Pflanze ist, dass die Blüte direkt aus der Wurzel sprießt und die Blätter an einem separaten Spross wachsen. In Ihrer indischen Heimat wird die Narde seit jeher als Parfum, Heilpflanze und Hautpflegemittel geschätzt.


Interessant ist auch die Bedeutung des sanskrinischen Namens Nalada, was soviel bedeutet wie : die Wohlriechende.


Erwähnung fand die Narde schon im Alten Testament (Hohes Lied 4,13). 
Maria Magdalena soll Jesus Christus die Füße mit Narde gesalbt haben:


“Da nahm Maria ein Pfund echter, kostbarer Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete mit Ihren Haaren seine Füße ab. Das Haar aber  wurde erfüllt vom Geruch der Salbe.”


Die Narde war zur damaligen Zeit ein sehr kostbarer Duft. Nur Reiche, Gelehrte und Priester durften diesen Duft benutzen. Auch im Grab von Tutenchamun fand man eine Salbe mit indischer Narde.

Am Anfang schreckte mich der erdige und schwere Duft der Narde sehr ab. Als ich aber wieder mal seit Tagen unter Schlafschwierigkeiten litt, erinnerte ich mich an einen Tipp von Ingeborg Stadelmann: Fußmassage mit Nardenöl.
Da mir diese Methode nicht sicher genug für einen guten Schlaf erschien, machte ich mir eine Bademischung mit Narde. Um sicher zu gehen, dosierte ich nicht gerade kleinlich. Als ich aus der Wanne stieg, merkte ich schon die Wirkung meines abendlichen Badevergnügens. Mich überkam eine Müdigkeit, welche mich zwang, sofort ins Bett zu steigen. So gut wie in dieser Nacht schlief ich schon lange nicht mehr!
Seit diesem Erlebnis empfinde ich den Duft der Narde sogar als sehr angenehm.
                                                                                                              
Monographie
Narde indisch
Nardostachys jatamansi


Valerianaceae - Baldriangewächs


Basisnote


Herkunft: Nepal, Bhutan


Gewinnung: Wasserdampf-Destillation des Rhizoms.  
Das Rhizom wird von Juni-Oktober geerntet, getrocknet und
Danach 9 - 15 Std. abdestilliert.


Duftprofil: baldrianähnlich, erdig, warm, aromatisch, nach Tabak duftend


Narde mischt sich gut mit Lavendel, Honig, Sandelholz, Weihrauch, Myrrhe, Myrte, Kamille römisch, Rose.


Wirkung
Stark beruhigend, kardiotonisch, wundheilend, hormonregulierend, blutdrucksenkend (vor allem in Verbindung mit Ylang-Ylang)


Haupt-Indikationen
Bluthochdruck, Herzarrhythmien, Hämorrhoiden, Einschlafstörungen, reife Haut




Nebenwirkungen
Bei korrekter Anwendung keine bekannt.


Inhaltsstoffe


Sesquiterpene: bis zu 66 %
ß-Gurjunen (29%) à beruhigend, ausgleichend
a-Patchouli (29%)
u.a.


Sesquiterpenole:
Patchoulialkohol (6 %) à hautpflegend
u.a.


Sesquiterpenketone: ca. 8 % à gut verträgliche Ketone!




Aus ca. 400 - 500 kg getrockneten Wurzeln erhält man ca. 1 kg ätherisches Öl.


Das Nardenöl ist überwiegend aus beruhigenden chemischen Komponenten zusammengesetzt. Es enthält ausschließlich Sesquiterpen-Verbindungen, darunter auch das Valeranol, Valeranal, und vor allem Valeranon, die für die beruhigende Wirkung verantwortlich sind.


Körperliche Wirkung
Das Nardenöl besteht hauptsächlich aus Sesquiterpenverbindungen. Alle Sesquiterpenverbindungen gelten als extrem gut verträglich. Dadurch ist sie sehr hautfreundlich und hat einen entspannenden Einfluss auf die Psyche.
Sie wirkt leicht Blutdruck senkend, epitheliesierend und entzündungshemmend.
Da Narde vom Duft sehr dominant ist, reicht meist ein Tropfen auf 50 ml Basisöl.


Seelische Wirkung
Nardenöl wirkt beruhigend, ausgleichend, entspannend und schlaffördernd. Hier hat sich eine Kombination mit Lavendel und Ylang-Ylang als sehr wirkungsvoll gezeigt.




                                    “ Schöne Träume ” (Duftlampe/Massageöl)


Mandarine rot (3 Tr.)
Rose türk. (1 Tr.)
Narde indisch (1 Tr.)
Kamille römisch (1 Tr.)


Evtl. in 50 ml Mandelöl geben und damit eine Fußmassage machen.






Da mein Schwiegervater unter sehr hohem Blutdruck leidet habe ich ihm für den Notfall ein Öl gemischt, von dem ich mir erhoffte, dass er die Zeit bis zur nächsten Blutdrucktablette damit überbrücken kann.


Blutdruck Notfallöl (punktuell auf den Pulsbereich auftragen)


10 ml Jojobawachs
Narde indisch (3 Tr.)
Ylang-Ylang komplett (3 Tr.)
Lavendel fein (3 Tr.)


Ich schenkte ihm das Öl und hoffte, dass er es anwenden würde.
Nach ein paar Wochen, als wir mal wieder miteinander telefonierten meinte er beiläufig: 
“ Allerdings, dieses Öl, welches du mir da letztens mal mitgebracht hast, ist echt klasse! Ich schaffe es damit, meinen Blutdruck  bis zur nächsten Tablette in den Griff zu bekommen.”


Ich war richtig gerührt, denn normalerweise kann man meinen Schwiegervater nicht so leicht mit “solchen Sachen” beeindrucken.





Kommentare:

  1. Hallo Sabrina,


    Ich habe auch das Nardenöl zuhause, aber wie du schon sagtes der Geruch ist es :-((

    Das es bei deinem Schwiegervater seine Wirkung zeigt ist toll!(Wieder einen Skeptiker überzeugt?)

    Ich nehme es gerne für die Behandlung von Narben und Wunden genau wie das Cistrosen Öl, riechen beide wie Pflaster!

    Lieben Dank!

    Sabine

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  2. oh je, eines meiner tabu-öle und ich tue diesem zauberduft sicherlich entsetzlich unrecht... dr. dietrich gümbel hatte einst eines der ersten bücher zu eienr speziellen aromatherapie geschrieben (haug verlag) und das war sein aller-allerwichtigstes öl. schnief, rümpf.... kennst du das büchlein "düfte der bibel" von david stewart und holger grimme? darin wird es auch oft erwähnt.

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  3. Ja, dieses Buch habe ich mir auch angeschafft und stöbere ab und an mal darin rum.
    Ich finde die Narde einfach toll, wenn man sie einen Tag lang in Ruhe auf nem Duftstreifen liegen lässt und dann hat sie eine wundervolle Note....

    Und einen Hauch , aber wirklich nur einen Hauch davon im Gesichts- oder Körperöl....hmmmm das mag ich dann doch sehr.

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